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Seit 40 Jahren auf dem Markt und bald nur noch als 5-Türer zu haben – der Klassiker der Kleinwagen: VW Polo

31. März 2015 | robins

VW Polo 5-Türer VW Polo 5-Türer

Seit dem Frühjahr 1975 gibt es den VW Polo als 3-Türer auf dem Markt und nun steht dieses Fahrzeugmodell nach 40 Jahren vor dem Aus. Die Umsatzzahlen dieser Modellvariante sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen und Modelle mit schwachen Zahlen sollen vom Markt verschwinden.

Ein Grund hierfür ist, dass ab 2017 bei der Marke Volkswagen insgesamt pro Jahr 5 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Laut Vorstandschef des VW-Konzerns Martin Winterkorn soll dies die Produktivität zu steigern um eine 6 % Umsatzrendite 2018 zu erreichen. Allein der Wegfall des 3-türers soll dem Konzern eine Einsparung von 200 Millionen Euro bringen. Wer sich also noch schnell eines dieser Fahrzeuge kaufen will, wird hier bestimmt fündig.

Beim Wegfall des 3-türigen Polo wird aber noch nicht Schluss sein. Betriebsratchef Bernd Osterloh sieht auch in anderen Bereichen noch großes Potenzial für Einsparungen.So wäre es nach Osterloh auch sinnvoll, auf kurzfristige Änderungen vor der Einführung von Modellen zu verzichten, da in solchen Fällen immer neue Werkzeuge bestellt werden müssten und der Produktstart sich verschiebt. Aber nicht nur ein verzögerter Start eines neuen Modelles bringt Einbuße mit sich. Auch die Tatsache, dass dadurch Vorgängermodelle länger, wenn auch mit erheblichen Rabatten, im Angebot bleiben.

Eine weitere Möglichkeit der Einsparung ist bei Modellen mit geringen Verkaufszahlen, keine Nachfolgemodelle mehr zu produzieren und somit langsam auslaufen zu lassen. Nach Berichten würde dies u.a. auf das Sportcoupé VW Scirocco und nach einem „Spiegel“ Bericht vielleicht auch auf den Beetle zutreffen.

Ebenso Teil des Sparprogrammes ist die Reduzierung der unzähligen Modelltypen und ihre Varianten. Dpa-Informationen zu Folge, gibt es z.B. für den Passat rund 12 unterschiedliche Radfederungen. Dies liegt daran, dass der Passat in jeder Motor- und Getriebevariante trotz unterschiedlicher Gewichte dieselbe Höhe haben soll. Oft geht es hier nur um Millimeter, die man nur mit einem geschulten Auge sehen kann, aber genau diese Millimeter kosten den Konzern Millionen.

Die Verschlankung der Produktpalette und der Varianten, klarere Abläufe in den Entscheidungs- und Produktionsprozessen sowie einiges mehr, sollen helfen, den VW Konzern zum Weltmarktführer zu machen, denn VW stößt gerade mit seinen derzeitigen Strukturen an seine Grenzen und die Größe wandelt sich zum Fluch.

Grund hierfür sind aber nicht nur die vielen Varianten in den der Produktpalette sondern auch das regionale Märkte nicht verstanden werden, so u.a. die USA. Dort verliert VW ebenso wie in Südamerika den Anschluss an den Markt, da Pläne zu lange in der Schublade lagen und nicht passende Produkte produziert wurden. Auch Asien wurde lange vernachlässigt und die verpassten Chancen lassen sich nur noch schwer aufholen.

Größtes Problem ist aber die Führungsriege des VW Konzerns selbst.

Es wurden zwar große Ziele vorgegeben, aber eine grundlegende Strategie zu deren Umsetzung fehlte. Zudem werden Entscheidungen noch immer in einem kleinen Führungskreis um Martin Winterkorn getroffen.


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