Top

Lloyd 300

23. November 2010 | robins

Lloyd 300 Lloyd 300 Er war minimalistisch, sein Rahmen bestand aus Speerholz mit Kunstlederüberzug und seine 10 PS Leistung ließ auch 1950 niemanden in Begeisterungsstürme ausbrechen. Trotzdem ist der Lloyd 300 wie kaum ein anderer Wagen das Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, denn nach Ende des Krieges – einer Zeit voller Entbehrungen und harter Arbeit – waren Anfang der 50er Jahre nun endlich bessere Zeiten angebrochen. Der Lloyd 300 ermöglichte es auch den Familien mit kleineren Geldbeuteln, endlich am Wirtschaftswunder Teil zu haben und sich ein Auto zu kaufen.

Die zur Borgward-Gruppe gehörenden Lloyd Motoren Werke aus Bremen profitierten wie viele andere Automobilhersteller auch vom wirtschaftlichen Aufschwung durch den Bau von Kleinwagen, schließlich wollte man in Westdeutschland nach dem Krieg das neue Lebensgefühl und die neue Freiheit, aber auch einen gewissen Standard ausdrücken. Obwohl Lloyd Wagen wenig prestigeträchtig waren, schafften sie es in den Zulassungsstatistiken der 50er Jahre auf Platz drei, gleich hinter Volkswagen und Opel. Maßgeblich an diesem Erfolg beteiligt war der Lloyd 300, der in den Jahren zwischen 1950 und 1952 mit einem Kaufpreis von gerade einmal 3334 DM dafür sorgte, dass sich fast jeder ein Auto leisten konnte. Insgesamt wurden ca. 18.000 dieser Wagen verkauft.

Wie alle Automobilhersteller dieser Zeit hatte man auch bei Lloyd mit der Materialknappheit zu kämpfen und musste sich etwas einfallen lassen. Die sparsame Ausstattung, die Sperrholzkarosserie und der zweizylindrige Motor mit gerade einmal 10 PS Leistung und 300 Kubikzentimeter machten den Lloyd zum Auto für Jedermann. Es war jedoch sein Kunstlederüberzug, der ihm schnell den Spitznamen „Leukoplastbomber“ einbrachte. Rein äußerlich erinnerte der 300er stark an die Automodelle der Vorkriegszeit, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass das Design der „Ingenieur- und Konstruktions-Arbeitsgemeinschaft“ aus Hude (bei Oldenburg) entstammte. Hier arbeiteten einige Mitarbeiter der Auto-Union, die sich wohl in punkto Form und Ausstattung von ihren Vorkriegs-Erfahrungen inspirieren ließen. Im Jahr 1951 wurde, gegen geringfügigen Aufpreis, neben der ursprünglichen Limousine auch eine Coupe- und eine Kombi-Version angeboten. 1953 brachte Lloyd das Nachfolgemodel, den 400er auf den Markt und im Laufe der Zeit verbesserte sich neben der Konstruktion auch die Technik und die Ausstattung und folgende Modelle wurden zu soliden Kleinwagen.

Wenn der Lloyd 300 auch damals keine große Anerkennung fand – „Wer den Tod nicht scheut, fährt Lloyd“ war in dieser Zeit ein oft gehörter Ausspruch – so lassen sich Liebhaber ein gut erhaltenes Exemplar heute um die 7000 Euro kosten. Schließlich handelt es sich beim Leukoplastbomber nicht nur um ein Auto, sondern um das Symbol einer neuen Ära und einer neugewonnenen Freiheit.

Daten:

Produktionszeit: 1950-1952

Leistung: 10 PS

Höchstgeschwindigkeit: 75 km/h

Leergewicht: weniger als 500 kg

Nachfolger: Lloyd 400

Links:

Spiegel-Reminiszenz an den Lloyd 300

Fan-Club Seite mit vielen Fotos

Borgwald-Presse-Seite mit vielen Informationen


Kommentare

Kommentieren Sie “Lloyd 300”
 





Alle mit einem Sternchen * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden!

Bottom