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Fiat Panda I

3. April 2010 | AutomaTick

Fiat Panda Fiat Panda “Fahrender Pappkarton”, “Haushaltsgerät auf vier Rädern” oder “Rostschüssel” wurde er hämisch, oft nicht nur hinter vorgehaltener Hand, genannt.
Dabei zeigte es der Fiat Panda allen Skeptikern, denn heute zählt er zu den erfolgreichsten Modellen des italienischen Herstellers. Neben seinem Erfolg bei den Massen, wurde er zum Symbol erhoben, denn der Fiat Panda wurde zum preiswerten Fortbewegungsmittel für alternative, nonkonformistische Antikapitalisten und trat damit die Nachfolge erfolgreicher Flitzer wie dem Renault R4 oder dem Citroen 2CV an.

Dabei hätte man es schon zum Produktionsstart 1980 ahnen können, dass der Kleine mehr zu bieten hat, als das bloße Auge erblicken konnte: Von Anfang an hatte der geneigte Käufer die Wahl zwischen drei verschiedenen Motorisierungen. Zur Auswahl standen ein luftgekühlter Benziner mit 650 cm³ und einer Leistung von 30 PS oder ein wassergekühlter Vierzylinder mit wahlweise 847oder 903 cm³ Hubraum und einer Leistung von 34 bzw. 45 PS. Im Laufe der Jahre wurden, wie bei vielen anderen Wagen auch, immer wieder Verbesserungen an Motor und Technik vorgenommen – für einige Jahre bot Fiat sogar einen Dieselmotor und Allradantrieb. Doch großartige Leistungen, Spitzengeschwindigkeiten oder außergewöhnliche technische Ausstattungen waren bestimmt nicht der Grund für den furiosen Erfolg des kleinen Pandas – immerhin wurde diese Reihe bis 2003 über vier Millionen Mal verkauft, eine Erfolgsgeschichte, auf die so mancher Mittelklassewagen neidisch wäre.

Der besondere Reiz des kleinen Italieners lag wohl vielmehr in seinem Minimalismus, der sich auch durch das gesamte Interieur zog. Mit Textil überzogene Stahlrohr-Rahmen als Sitze und einem Armaturenbrett, das an Simplizität kaum zu überbieten war, hatte er zwar den Charme eines Spielzeugwagens, doch gerade diese einfachen Strukturen und damit eben auch – als wohl nicht ganz unwesentlicher Teil – der günstige Kaufpreis überzeugten die Massen.

Designed wurde das kleine Wunder von Giorgio Giugiaro und Anlass zu seinem Namen gab die Veröffentlichung einer Umweltschutzorganisation im Jahre 1980, der Große Panda – ein Symbol für Kraft und Ruhe – sei von nun an vom Aussterben bedroht.
Der Fiat Panda gehörte zur Klasse der Kleinstwagen und machte seinem Namen als „Utility Car“ alle Ehre. So konnte die hintere Sitzbank zum Beispiel vollständig umgeklappt werden, um eine „große Liegefläche“ herzustellen, oder sogar ganz entnommen werden, um mehr Stauraum zu bieten. Außerdem waren die Sitzbezüge waschbar und auf Wunsch war der Fiat Panda auch mit doppeltem Faltdach erhältlich.

Der kantige Zweitürer überzeugte durch seine schlichte Art und wurde so zum Star in seiner Klasse. So sollten wir alle, wenn wir das nächste Mal in den heute fast seltenen Genuss kommen, an der Ampel im Stadtverkehr neben einem dieser Zwerge zu stehen, einige Sekunden voller Andacht an eine vergangene Ära und den Erfolg eines Autos denken, das seinerzeit mehr war, als eben nur ein Auto.

Daten:
Produktionszeitraum: 1980-2003
Version: Dreitürer
Klasse: Kleinstwagen
Leergewicht: 700 kg
Nachfolger: Nuova Panda

Links:
Vergleich Seat Marbella-Fiat Panda
Geschichte des Fiat Panda
englische Seite mit ausführlichen Informationen zum Fiat Panda
Seite eines Fiat Panda Clubs


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