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ACE-Studie: Frauen sind die besseren Autofahrer

8. März 2010 | robins

Frauen sind deutlich rücksichtsvoller am Steuer Frauen sind deutlich rücksichtsvoller am Steuer Pünktlich zum Internationalen Frauentag wurde eine Studie des ACE veröffentlicht, dass Frauen die besseren Autofahrer sind. Die weibliche Frauenwelt soll sicherer fahren. An über zwei Dritteln aller Unfälle mit Verletzten sind Männer beteiligt.

Glaubt man der neuen Studie des ACE (Auto Club Europa) fahren Frauen im Straßenverkehr deutlich rücksichtsvoller und fallen deutlich weniger durch Alkoholdelikte auf. Schaut man auf die Unfallstatistik bauen Frauen deutlich weniger Unfälle mit Personenschaden als Männer. 2008 passierten 320.000 Unfälle im Straßenverkehr mit Verletzungen eines oder mehrerer Beteiligten. Davon gehen fast zwei Drittel (217.843 Unfälle) auf das Konto von Männern. Laut ACE verursachten nur 37 Prozent der Frauen Unfälle mit Personenschaden.

Bei der Fahrweise der Frauen ergeben sich große regionale Unterschiede. Frauen in Brandenburg fahren besonders sicher (187 Unfälle auf 100.000 Einwohner). Schaut man auf den Bundesdurchschnitt, bauen Saarländerinnen die mit Abstand meisten Unfälle mit Personenschaden (274 auf 100.000 Einwohner). Aber auch bei den schlechtesten Werten sind Frauen noch deutlich bessere Autofahrer als die Herren. Männliche Autofahrer verursachen nahezu doppelt so häufig schwere Unfälle mit Personenschaden als Frauen.

Zu berücksichtigen ist bei dieser Studie aber, dass 82 Prozent aller volljährigen Frauen über einen Führerschein verfügen. Und bei Männern sind es 93 Prozent. Zudem liegt die jährliche Fahrleistung von Frauen gegenwärtig noch weit unter jener der Männer.

Aber auch die Auswertung des Flensburger Verkehrszentralregisters geht zu Gunsten der Frauen aus. 2,9 Prozent der Punktesünderinnen hatten mehr als acht Punkte. Die Männer kommen auf 6,6 Prozent.

Also noch einmal herzlichen Glückwunsch zum Internationalen Frauentag!

Kommentare

3 Kommentare zu “ACE-Studie: Frauen sind die besseren Autofahrer”

  1. Jochen
    9. März 2010 um 12:18 Uhr

    Pünktlich zum Frauentag gibt es eine Frauen-fahren-besser-Auto-Studie. Könnte ja stimmen. Eigenartig der Maßstab: Zahl der Unfälle je 100.000 Einwohner – eine völlig verquere Rechnung, denn Unfälle verursachen die Menschen nicht, weil sie Einwohner sind, sondern weil sie ein Fahrzeug führen. Richtig und daher auch üblich ist es, die Unfälle je gefahrene 100.000 Kilometer zu vergleichen. Das geschah nicht . Warum? Die Erklärung kommt am Schluss: Frauen haben seltener eine Fahrerlaubnis und legen weniger Kilometer zurück als Männer. Wenn man die originale Pressemiteilung des ACE zuende liest, fällt die Falschmeldung sofort auf: Männer verursachen zwar knapp 2 mal so viele Unfälle wie Frauen, fahren aber im Durchschnitt eine 2,5 mal so große Strecke (30km pro Tag gegen 12km pro Tag). Da muss man kein mathematisches Genie sein und noch nicht einmal die unterschiedliche Zahl an Fahrerlaubnissen berücksichtigen, um zu erkennen, dass Frauen pro gefahrenen Kilometer häufiger Unfälle verursachen als Männer. Analog verhält es sich mit den Flensburger Punkten. Wenn man schon „besser fahren“ so definiert, wären Frauen die schlechteren Autofahrer, aber wer will das schon zum Frauentag bringen. Der ACE offensichtlich nicht. Es wäre schön gewesen, wenn AutomaTick die Falschmeldung bemerkt hätte anstatt sie weiter zu verbreiten.

  2. Rainer Hillgärtner
    9. März 2010 um 16:38 Uhr

    Liebe Diskutanten

    unter dem nachstehenden Link haben wir die umstrittene ACE-Studie als Pressemitteilung samt Erklärungen und Info-Grafik publiziert.

    http://www.ace-online.de/der-club/news/autofahrerinnen-im-osten-am-besten.html

    Schwerpunkt unserer Erhebung war die Unfallhäufigkeit von Frauen in den verschiedenen Bundesländern. Die Ergebnisse, wie dargestellt in der Ländergrafik, halten wir für aussagefähig. Die daraus resultierende Frage ist dem Ansatz nach eher, warum in den verschiedenen Bundesländern so gravierende Abweichungen zu verzeichnen sind.

    In dieser vom ACE betriebenen Erhebung ging es nicht primär um eine Gegenüberstellung der Unfallträchtigkeit von Männern und Frauen. Dennoch waren wir der Meinung, dass auch dieser Faktor im Kontext Erwähnung finden sollte.

    Sicherlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Unfallgeschehen auszuwerten und die Unfallhäufigkeit zu berechnen. In unserer Auswertung der Unfallzahlen des Jahres 2008 haben wir uns bewusst gegen einen zu theoretischen Ansatz entschieden. Maßgeblich für die Erhebung sind die tatsächlichen Zahlen – spiegeln diese doch realistisch die tatsächliche Situation auf Deutschlands Straßen wider. Es darf als Fakt gelten – und dies geht ja auch aus unserer Veröffentlichung ausdrücklich hervor – dass die von Frauen erbrachte Kilometerleistung niedriger ausfällt als die der Männer. De facto verursachen sie allerdings auch weniger folgenschwere Unfälle. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Frauen von den Kfz-Versicherungen durchweg günstigere Tarife angeboten bekommen. Weshalb wohl? Versicherungskonzerne stehen ja nicht im Verdacht, etwa von feministischen Ideologen unterwandert zu sein. Eher ist doch zu vermuten, dass hier Statistiker, Unfallforscher und Versicherungsmathematiker ihrer nüchternen Arbeit nachgehen.

    Übrigens wird in der von uns angestoßenen Diskussion seitens der Fahrlehrerverbände auf Untersuchungen hingewiesen, wonach die Frauen „auch bezogen auf die Fahrleistung besser abschneiden als die Männer“, (Sonntag Aktuell v. 7. März 2010). Sie können sich vielleicht denken, dass in nicht wenigen an uns gerichteten Zuschriften genau das Gegenteil behauptet wird. Das hält uns allerdings nicht davon ab, auch künftig auf gewisse Entwicklungen hinzuweisen.

    Rainer Hillgärtner

    Pressesprecher

    ACE Auto Club Europa

  3. Markus L
    28. März 2015 um 20:03 Uhr

    Ihr Argument der Versicherungstarife ist allerdings auch kein Indiz dafür, dass Frauen sicherer autofahren.

    Für die Versicherung zähl alleinig das absolute Unfallrisiko und das ist bei Frauen nun mal geringer, weil sie im Schnitt eine geringere Kilometerleistung haben, nicht weil sie pro gefahrenem Kilometer sicherer sind.

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