Top

Mercedes SLS AMG

1. Dezember 2009 | robins

Mercedes SLS AMG Mercedes SLS AMG Alles was Flügel hat… 50 Jahre nach dem 300 SL „Gullwing“ zeigt Mercedes mit dem Nachfolger des SLR endlich wieder, wie man abhebt.

„… ein Flugzeug fliegt, eine Möwe fliegt, ein Mercedes SLS . . .“ – nein, der fliegt nicht, obwohl er wirklich schöne Flügel – noch dazu „Made in Austria“ – hat. Aber fast. Abheben tun dafür die Gefühle des Fahrers, wenn er (am besten auf abgesperrter Rennstrecke) das ESP auf „Sport“ umstellt und den Startknopf der Sechs-Liter-Maschine drückt. Allein das darauf folgende Aufbrüllen des Motors, ohne dass man das Gaspedal auch nur schief angeschaut hat, genügt, um vor einem Straßencafé sämtliche Blicke auf sich zu ziehen. Besonders dezent wirkt das nicht. Aber wer 212.500 Euro und mehr für einen solchen Supersportwagen hinblättert, der hat damit vermutlich keine Probleme.

Unbedingt jetzt erst die Türen zuziehen. Denn die werden vor dem Straßencafé das Highlight bleiben. Es sind sogenannte „Gullwings“ – Möwenflügel – die von oben nach unten schließen. Das musste schon vor einem halben Jahrhundert bei der Stilikone 300 SL geübt werden. Und wenn man es selber ein paar Mal gemacht hat, weiß man auch, warum nicht alle Autos dieser Welt diese an sich in Parklücken praktische Lösung aufweisen: Entweder die Türen öffnen schön hoch, und die Gefahr, sich das erlauchte Haupt beim Aussteigen zu ramponieren, ist gering. Oder man muss beim Einsteigen den Diener machen, erreicht aber dafür mit deutlich mehr Grazie im Sitzen den Türgriff. Die Gullwings des SLS – wie die ganze Karosserie bei Magna produziert – sind ein Mittelding: Das Zuziehen ist gerade noch machbar, das Kopfanhauen auch.

Mercedes SLS AMG Mercedes SLS AMG Dann endlich der Tritt aufs Gaspedal (auf der Rennstrecke, nicht vor dem Café): In 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Praktisch vom Stand weg liefert der Antrieb 450 Nm Schub an die Hinterräder, bei 4750/min sind es dann satte 650 Nm. Gut, dass die vorderen Bremsscheiben fette 40 Zentimeter Durchmesser (wahlweise Stahl oder Keramik) haben und damit eine Verzögerungsleistung von mehr als 1100 PS liefern, die nur Rennprofis wirklich ausloten können. In der Kurve fängt der Sportmodus des dreistufigen ESP den 1620 kg schweren Zweisitzer spät, aber doch ein und lässt somit Spielraum für nett anzusehende Drift-Spielchen.

Dank 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und Parksensoren lässt sich der SLS aber ganz problemlos auch im normalen Straßenverkehr bewegen. Zudem ist der Kofferraum mit 176 Litern in dieser Liga durchaus brauchbar ausgefallen.

AMG, der Sport-Veredler von Mercedes, hat mit dem SLS erstmals ein Auto von Grund auf neu entwickelt. Lediglich das wuchtige V8-Triebwerk ist kein Neuling. Selbst wenn die Ingenieure mit Magnesiumsitzen und anderen Leichtbautricks Gewicht gespart haben, muss man im SLS nicht auf Regensensor, Klimaanlage, Sitzheizung etc. verzichten. Also: Her mit dem Lotto-Sechser!

Der Motor

Mercedes-Benz SLS AMG: Achtzylinder-Frontmittelmotor in V-Stellung, vier Ventile je Zylinder, Hubraum 6208 ccm; max.Leistung 420 kW/571 PS bei 6800/min., max. Drehmoment 650 Nm bei 4750/min; 0 bis 100 km/h in 3,8 sec., Spitze 317 km/h (elektronisch begrenzt), Gesamtverbrauch lt. Werk 13,2 l/100 km; CO2 308g/km; Heckantrieb, Siebengang-Speedshift-Sportgetriebe.

Neupreis: 212.500,- (inkl. Mehrwertsteuer, in Österreich).

Markteinführung: März 2010.

(getestet von Tobias Micke)


Kommentare

Kommentieren Sie “Mercedes SLS AMG”
 





Alle mit einem Sternchen * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden!

Bottom