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Das Kreuz mit den Namen

3. Oktober 2009 | robins

Ein Auto für Warmduscher. Ein Auto für Warmduscher. Mit jeder Automobilausstellung wird es schwieriger. Jedes Modell, jede Studie braucht einen ganz eigenen, unverwechselbaren Namen, der muss verkaufsträchtig sein und darf selbstverständlich nur auf positive Eigenschaften schließen lassen. Diese Vorgaben bringen Kreative mit Sicherheit reihenweise ins Grab.

Eine neue Modellreihe einzuführen ist auch in einem großen Konzern Chefsache. Deshalb braucht es oft viele Sitzungen, um zu einem Namens-Konsens zu kommen. Von den kreativen Vorschlägen bleibt meist nicht viel übrig, wenn sich selbst die Konzernleitung die Entscheidung einmischt.

Die Häme-Reihe wird natürlich vom VW Phaeton angeführt. Das Flagschiff des Volkswagenkonzerns ist nach Phaeton, dem Sohn des Sonnengottes Helios benannt. Der nimmt eines Nachts mal eben den (Sonnen-) Wagen vom Papa und baut damit einen Unfall. Er stürzt nämlich vom Himmel und setzt dabei die Erde in Brand. Das sind wirklich schlechte Vorzeichen für ein Fahrzeug, ein Schelm, wer dabei an die Verkaufszahlen denkt.

Ein Fauxpas ohne Gleichen landete Mitsubishi mit dem Pajero. Im Spanischen bezeichnet dieses Wort landläufig einen Warmduscher und umgangssprachlich auch mal Selbstbefriedigung. Deshalb heißt der Pajero in spanischsprachigen Ländern unverfänglich Montero. Ob der Texter, dem dieser Name einfiel, wohl noch in Lohn und Brot steht?

Dass der Mercedes-Benz Vaneo ein Toilettenpapier als Namensvetter hat, ist dagegen weniger schockierend. Ganz ohne Namensgleichheiten geht es eben nicht. Zudem stellt sich die Frage, wer hier eigentlich nach wem benannt ist.


Kommentare

4 Kommentare zu “Das Kreuz mit den Namen”

  1. Michael
    6. Oktober 2009 um 12:16 Uhr

    Der Qashqai schlägt auch in diese Kerbe, benannt nach einem Nomadenstamm im Iran und ziemlich unaussprechlich, wenn man das Wort zum ersten Mal liest. Aber besser als Toilettenpapier als Namensgeber *g*.

  2. Sebastian
    20. Oktober 2009 um 13:32 Uhr

    Also einen Warmduscher zu fahren ist sicher keine tolle Sache. ich hab das damals im Quatsch Comedy Club gesehen und die fanden etwas heftigere Worte und nannten das Auto einen Wi***er.

    Qashqai hingegen gefällt mir ziemlich gut, einen Crossover nach einem Nomadenstamm zu benennen, der sich durch das unwegsame Gelände der iranischen Steppen und Gebirgszüge bewegt finde ich gut getroffen.

  3. Fairy
    26. Oktober 2009 um 0:31 Uhr

    hahaha…nun ja, der wird sich wohl in zukunft informieren, wenn er wieder Namnesvorschläge hat…Nomaden? Qashqai…is merk ich nicht nur schwer auszusprechen, sondern auch zu schreiben…aber der bezug ist hier eindeutig besser gelungen… 🙂

  4. Peti
    27. Oktober 2009 um 13:24 Uhr

    Es ist nun einmal das Problem das es für alles und jeden schon Namen bzw Bezeichnung gibt. Man kann sich einfach nicht neue Wörter einfallen lassen. höchstens einfach ein bisschen ableiten. Oder sich anderen Kulturen bzw Sprachen bedienen. Was Mitsubischi irgendwie getan hat, jedoch wohl eher nicht besonders nachgedacht. Nissan das gleiche halt ein bisschen mehr nach gedacht, wäre ja das Selbe wenn man ein Auto Aboriginie nennt……

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