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Honda Insight 1.3 Elegance

4. August 2009 | robins

Honda Insight 1.3 Elegance Honda Insight 1.3 Elegance Baumschule

Hybridfahrzeuge sind im Kommen, doch die Verbrauchswerte sind noch nicht dort, wo man sie sich hinwünscht. Der Insight ist neben Toyotas Prius einer der Vorreiter. Applaus für ein zukunftsweisendes Spritspar-Erziehungsprogramm!

Die Welt dreht sich ja doch weiter. Und so sind Hybridautos anno 2009 nicht mehr nur in den Herzeige-Fuhrparks von Hollywoods Filmstars zu finden, sondern auch bei uns im Alltagsbetrieb. Honda will mit dem Insight dem Erfolgs- und (vor allem) Prestigelauf von Toyota Paroli bieten und demonstriert dies mit einem sehr erschwinglichen Basis-Hybridmodell ab 19.990 Euro.

Wo (in der Theorie) Licht ist, ist aber (in der Praxis) auch Schatten, der sich am ehesten abseits der Normverbrauchs-Laborwerte zeigt: Laut Prospekt soll der Insight nämlich mit Hilfe seines zuschaltbaren Elektroantriebs sowie Start/Stopp-Technik in der Stadt (!) 4,7 Liter verbrauchen, was leider bei unvorhersehbaren Bremsmanövern im Stau, einem Wiener Gürtel mit roter Welle, aber auch bei ganz normalem städtischen Verkehrsaufkommen (inkl. Tangente) trotz größter Bemühungen bar jeder Realität ist. Da pendelt der Verbrauch laut Bordanzeige eher zwischen 6 und 9,5 Litern – ganz so wie bei jedem anderen normalen Auto. Schuld sind einmal mehr die unrealistischen Norm-Messbedingungen auf die die Hersteller ihre Fahrzeuge natürlich punktgenau hintunen.

Honda Insight 1.3 Elegance Honda Insight 1.3 Elegance Auf der Lichtseite: Hondas eingebautes Spritspar-Erziehungsprogramm ist gelungen und macht sogar Spaß. Der Fahrer kann mit Streichel-Gasfuß virtuelle Bäumchen auf dem Display wachsen lassen und wird für seine Öko-Stil mit grünem (statt blauem) Hintergrund-Leuchten belohnt sowie mit Blüten auf seinem Langzeit-Sprit-„Bonsai“. Ehrlich: Ein solches „Baumschule“-Lernsystem mit vergleichsweise wenig Aufwand würde jedem modernen Auto gut tun. Schließlich ist der Mensch ja von Natur aus verspielt.

Nüchternes Fazit: Tolle Technik – ein Hoch auf jene, die sich was trauen -, aber (noch) wenig Nutzen. Wer mit einem sparsamen Benziner so fährt, wie der Bord-PC es von einem Insight-Fahrer verlangt, wird ähnlich schöne Verbrauchswerte erzielen. Nur im absoluten Supersparbereich (hügelige Überland-Fahrt, kleine Dörfer und Vorstädte, keine Großstadt-Rushhour und keine Autobahn) – das zeigte uns ein Honda-Techniker bei einer Testfahrt – lässt der Insight einen vergleichbaren Benziner verbrauchsmäßig hinter sich. Da sind dann echte 4,5 Liter drinnen und der Wagen rollt im Bereich von ca. 30 und 50 km/h in einem sehr schmalen Leistungsband sogar rein elektrisch dahin. Dazu muss man dann aber auch trotz Sommertemperaturen unbedingt die Klimaautomatik abschalten und stattdessen die Fenster öffnen, denn die Start/Stopp-Automatik für rote Ampeln – ein verbesserbares Manko – stellt im Eco-Modus nicht etwa die Klimaanlage für die Dauer der Standzeit rigoros ab, sondern lässt den Motor nach wenigen Sekunden wieder anspringen, um die Kühlung und Entfeuchtung koste es was es wolle fortzusetzen.

Serienmäßig in der getesteten Topversion „Elegance“ u.a. : ABS mit EBD, ESP, sechs Airbags, Alarmanlage, Einparkhilfe, Tempomat, Licht- und Regensensor, Klimaautomatik, CD-Radio, Bluetooth,

Als Extra: Metallic-Lack (470 Euro), Xenonlicht (790 Euro), Navigation (2500 Euro).

Praxis im Honda Insight 1.3 Elegance

Motor/Antrieb

Plus Applaus für die Serien-Umsetzung eines erschwinglichen Hybridantriebs; beschleunigt sehr gut aus dem Stand (dank zugeschaltetem E-Motor).

Minus Praxis-Verbrauch ist noch nicht so, dass es lohnt; Motor beim Beschleunigen recht laut und beim Überholen zäh.

Komfort

Plus Gute Frontsitze; ordentliche Verarbeitung; Bord-PC trotz komplexer Technik und viel Infos übersichtlich.

Minus Ladekante für Kofferraum hoch; viel hartplastik in Innenraum.

Fahrverhalten

Plus Neutrales gutmütiges Fahrwerk; solide, etwas indirekte Lenkung; Fahrzeug lässt sich ohne Automatik bequem mit Lenkradwippen schalten.

Minus Heckpartie nicht besonders übersichtlich; Hupe sehr leise.

Platz/Variabilität

Plus Ordentliche Platzverhältnisse und ausreichend Ablagen vorn; ebene Ladekante; Kofferraum mit Geheimfach.

Minus Hinten in der Mitte kann man nicht wirklich sitzen (Polster zu hoch, zu hart); Kopffreiheit und Beinauflage im Fond schwach.

(getestet von Tobias Micke)


Kommentare

Ein Kommentar zu “Honda Insight 1.3 Elegance”

  1. Simon S
    13. August 2009 um 12:23 Uhr

    Ich finde den neuen Insight von Honda wirklich spannend. Vor allem die umweltfreundliche Technik, welche dem Fahrer zeigt wie er fahren soll, begeistert mich sehr. Der meiste Verbrauch wird eben durch die Fahrweise erzeugt. Wenn jeder Autofahrer so ein System im Auto hätte, würden die Abgaswerte in Deutschland bereits um ein vielfaches gesenkt werden. Abgesehen davon finde ich, dass es wirklich Spaß macht, sich so spielerisch mit dem Spritverbrauch zu beschäftigen 🙂

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