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Chevrolet Corvair

5. Juli 2009 | robins

Chevrolet Corvair Chevrolet Corvair Ein Augenschmaus – das ist der fast schon europäisch anmutende Chevrolet Corvair, der seinerzeit als technisch überaus innovativer und ungewöhnlichster Wagen des Herstellergiganten General Motors galt. Chevrolets Geschäftsführer Edward Cole, der später Präsident von GM werden sollte, beschritt mit dem Corvair für den amerikanischen Markt völlig neue Wege – und sein Mut sollte belohnt werden.

Ende der fünfziger Jahre mussten amerikanische Automobilhersteller beunruhigt zur Kenntnis nehmen, dass immer mehr kleine Personenwagen aus Europa auf den amerikanischen Markt drängten und hier auf Begeisterung stießen. So bliebt den großen Konzernen nichts anderes übrig, als selbst ein solches Modell zu produzieren und so erschienen 1960 der Ford Falcon, der Plymouth Valiant und eben der Chevrolet Corvair, der 1959 vorgestellt wurde und Ende des gleichen Jahres bereits als zweitüriges Coupé und viertürige Limousine vom Band rollte.

Während die meisten Wagen dieser Zeit, wie eben auch der Falcon und der Valiant, mit wassergekühlten V8 Frontmotoren und Hinterradantrieb allgemein üblichen Standards folgten, orientierte sich der Corvair am Käfer von Volkwagen, der damals in den USA eine Erfolgsgeschichte feierte. Tatsächlich wollte Cole mit dem Chevrolet Corvair einen größeren und besseren VW Käfer schaffen, einen „amerikanischen Volkwagen“. Also wurde der neue Chevrolet wie sein Vorbild mit einer Pedalachse und einem luftgekühlten Heckmotor ausgestattet, wobei der 80 PS starke, sechszylindrige Boxenmotor mit zunächst 2,3 Liter Hubraum etwas größer geriet. Der Kunde konnte zwischen einem manuellen Dreiganggetriebe oder einer Powerglide-Automatik mit zwei Gängen, später wurde die Palette noch um ein Vierganggetriebe erweitert. Im Frühjahr 1960 bereicherte ein Sportcoupé, der Corvait Monza die Modellreihe und mauserte sich schon bald zum Erfolgsschlager. Außerdem kamen im Laufe der Jahre noch ein Kleinbus, ein Pritschenwagen, ein fünftüriger Kombi, ein zweitüriges Kabrio und sogar ein Kleinlaster dazu.

Ohne den seinerzeit üblichen Chrom- und Flossen-Schnickschnack, dafür mit stylischer, komplett um das Auto laufender Karosseriekante, rief der Corvair bald Nachahmer auf den Plan, wie den NSU Prinz 4 oder den Fiat 1300. Das große Manko des Corvair, das am Ende auch seinen Ruf ruinierte, war das Fahrverhalten bei größeren Geschwindigkeiten. Achteten die Kunden nicht auf die im Betriebshandbuch vorgeschriebene, unterschiedliche Luftdruckverteilung bei Vorder- und Hinterachse, kam es vor allem in Kurven zu Übersteuerungen und somit zu einem Schleudern des Hecks. Die vielen Unfälle zogen eine Klagewelle nach sich, aufgrund derer GM die Hinterradaufhängung überarbeitet und auch im Bereich der Bremsen wurde nachgerüstet. Trotzdem fand die Chevrolet Corvair-Ära im Jahr 1969 aufgrund sinkender Verkaufszahlen, nach insgesamt ca. 1,8 Millionen verkauften Exemplaren, ein Ende.

Daten:

Produktionszeitraum: 1960-1969

Leistung: zunächst 80/81 PS

Motor: luftgekühlter Sechszylinder-Boxenmotor

Hubraum: 2,3 Liter

Links:

Seite zum Boxenmotor

englischsprachige Seite mit vielen Infos zum Corvair


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