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Ford Focus RS

28. April 2009 | robins

Ford Focus RS Ford Focus RS Reichlich Schmalz

Fords neue kleine (vorzugsweise) giftgrüne Rennsemmel beschämt Allradboliden wie Evo und Impreza mit einem geradezu sensationellen Vorderrad-Antriebskonzept

„…im Inneren des Focus RS spielen drei Musikinstrumente. Das eine erzeugt den Ansaugsound, das zweite den Auspuffsound und das dritte musiziert, wenn man wieder vom Gas geht und der Turbolader die Luft abbläst.“ Die Begeisterung für sein neuestes RS-Baby und jenes „Trio infernale“, das man auf kurvigen Landstraßen im Innenraum zu hören bekommt, war Ford-Motorsport-Chef Jost Capito bei der Vorstellung des 305-PS starken Serien-Focus deutlich anzumerken. Und in der Tat ist den Briten – Krise hin, Krise her – ein tolles Spielzeug gelungen, von dem heuer noch rund 200 Stück in Österreich verkauft werden sollen.

Ein extrem elastischer 5-Zylinder-Reihenmotor, der neben der satten Leistung einen schaurig-schönen, allerdings auch nicht zu aufdringlichen Klang erzeugt, ein fein abgestimmtes Fahrwerk, das auf trockener Fahrbahn keine Sehnsucht nach Allrad-Antrieb aufkommen lässt und superleichte Recaro-Sportsitze, die im Focus RS gemeinsam mit anderen Serien-Annehmlichkeiten verblüffende Alltagstauglichkeit bewahren.

Ford Focus RS Ford Focus RS Das allerbeste ist jedoch die Lenkung. Üblicherweise zerren muskulöse kleine Fronttriebler wie der RS aufgrund von Hebelkräften an der Vorderachse ungeheuer am Steuerrad, wenn man ihnen die Sporen gibt. Das verursacht bei Nicht-Rennfahrern gleich einmal das ungute Gefühl, bei jedem Kurvenausgang einen wilden Bronco zähmen zu müssen. 4×4-Fahrzeuge derselben Schmalz-Liga wie Mitsubishi Evo oder Subaru Impreza haben dieses Problem nicht, weil sie die Antriebskräfte über den Allrad verteilen können, sind aber schwerer und kosten vor allem ein Eckhaus mehr. Mit einem technischen Kniff, der die Geometrie der Vorderachse verbessert, ist es Ford gelungen, den kleinen Kraftlackel unglaublich souverän wirken zu lassen. Und der ambitionierte Fahrer kann sich in der Folge voll auf die Straße konzentrieren.

Gegenüber dem an sich schon recht pfeffrigen Focus ST (mit 225 PS) hat man dem RS unter anderem einen größeren Turbolader, härtere Federn, einen kleineren Wendekreis, einen knackigeren Schalthebel und einen größeren Treibstofftank verpasst. Außerdem wurde die Spur um vier Zentimeter verbreitert. Dafür kostet der RS mit 39.000 Euro in Österreich auch knapp 9000 Euro mehr als der sportliche kleine Bruder. Zum Vergleich: einen Lancer Evo 10 mit 295 PS gibt es (allerdings mit ausgeklügeltem Allrad) ab 55.740 Euro.

Den RS gibt es in blau, weiß und kreisch-grün, eine Vierschicht-Lackierung, die dem Namen „ultimate green“ durchaus alle Ehre macht. Ein zweiblättriger Heckspoiler, ein Venturi-Einsatz am Unterboden und große Scheibenbremsen sorgen für die nötige Bodenhaftung.

Serienmäßig unter anderem an Bord: vier Airbags, ABS, ESP (reduzierbar, um einen gewissen Driftwinkel zu erlauben, aber nicht ganz abschaltbar), 19-Zoll-Aluräder, CD-Radio, Klimaanlage und – immerhin – ISOFIX-Verankerungen für zwei Kindersitze…

Der Motor

2.5-Liter Duratec RS: Reihen-Fünfzylinder mit 20 Ventilen, 2522 ccm, 305 PS bei 6500/min, 440 Nm bei 2300/min, 0 bis 100 km/h in 5,9 Sekunden, 263 km/h, Verbrauch (städtisch/außerstädtisch/gesamt): 13,4/7,0/9,4 Liter. 98 Oktan

(getestet von Tobias Micke)


Kommentare

2 Kommentare zu “Ford Focus RS”

  1. (Auto Blog)
    4. Mai 2009 um 15:55 Uhr

    Sieht echt nett aus, gefällt mir sogar besser als die ST Variante. Wobei hier ja das Handling wohl am wichtigsten wäre ?! Da is mir auch die PS Zahl nicht so wichtig!

  2. Focus RS Fahrer
    6. April 2011 um 19:28 Uhr

    Geiles Wägelche was die Kölner auf die Räder gestellt haben. Weiter so!!

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