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Das Unwort des Jahres 2009: Abwrackprämie

5. April 2009 | Peggy Stuber

Bald gibt es keine alten Autos mehr, aber einen Haufen Ersatzteile. Bald gibt es keine alten Autos mehr, aber einen Haufen Ersatzteile. Wort und Unwort des Jahres sind für 2009 längst gefunden. Sie lauten … natürlich „Abwrackprämie“. Die Meldungen überschlagen sich.

Die Prämienzahlung wurde offiziell verlängert, zunächst jedoch nur bis Ende Mai. Nun wird viel spekuliert. Zunächst ist von einer reduzierten Zahlung bis zum Jahresende die Rede, nun auch von einer Deckelung der vollen Prämie bei 4 oder 5 Milliarden Euro, berichten am Wochenende unter anderem die Süddeutsche und die Bild (unter Bezugnahme auf eine Regelung, die das Kabinett am Mittwoch angeblich beschließen will).

Seit die Prämie im Internet reserviert werden kann, ist die Zahl der Anträge sprunghaft auf 1,2 Millionen angestiegen. Ursprünglich vorgesehen waren jedoch maximal 600.000 Prämienzahlungen für 2009. Die Zahlung von vier Milliarden Euro würde im Gegensatz dazu die Bedürfnisse von 1,6 Millionen Abwrackwilligen befriedigen.

Und was wird weiterhin passieren? Der Automarkt für günstige Gebrauchtfahrzeuge wird im Jahr 2009 langsam zusammenbrechen, so dass immer mehr Geringverdiener auf einen vierrädrigen fahrbaren Untersatz verzichten müssen. Und selbst die Abwracker werden perspektivisch unter den fallenden Rohstoffpreisen und am Überangebot an gebrauchten Teilen zu leiden haben.

Mit großem Abstand profitiert übrigens der deutsche Hersteller VW am meisten von der Prämie, gefolgt von Skoda und Dacia. Für weitere deutsche Hersteller wie BMW oder Mercedes haben die Absätze in Folge der Abwrackprämie kaum Relevanz.


Kommentare

3 Kommentare zu “Das Unwort des Jahres 2009: Abwrackprämie”

  1. ursula Kuhlmey
    19. August 2009 um 23:07 Uhr

    Ichtendiere zu einem anderen Unwort. Am 18.8.09 sagte Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbom, dass die ostdeutsche Bevölkerung von der “Verunkirchlichung” gerettet werden müsste.

  2. Erika Prümm
    20. August 2009 um 10:17 Uhr

    Auch ich wollte gerade ein anderes als Unwort 2oo9 vorschlagen, auf das ich
    weitaus genervter reagiere - nämlich “NEUDEUTSCH”.
    Ich empfinde das damit wohl Gemeinte als ziemlichen Hohn. Seltsam, daß es z.B. in den Medien inzwischen so geläufig über die Zungen und in die Schreibe kommt, als hätte man es tatsächlich mit “deutsch” und nicht mit irgendeinem oft unverständlichen und sinnlosen Kauderwelsch zu tun, und - irgendwie noch unangenehmer - mit etwas Zwangsläufigem, das vermutlich ansonsten unbedarfte Leute in Umlauf gebracht haben.

    Natürlich könnte in diesem Zusammenhang - wiewohl umgedeutet - auch das
    Wort “Abwrackprämie” oder eher nur “Abwrack” seinen Platz finden.

  3. Rudolf Stahl
    24. Oktober 2009 um 12:33 Uhr

    Mein Vorschlag wäre: Schattenhaushalt
    (als Synonym für eine Mogelpackung und Volksverdummung,welche die neue Tigerenten-Regierung geplant hatte)

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