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Chrysler 300 C Touring

3. März 2009 | AutomaTick

Chrysler 300 C Touring Chrysler 300 C Touring Kombi-Riegel
Wie der US-Panzerkreuzer sowohl für Schlips-Träger als auch für Hip-Hopper erste Wahl ist.

Chrysler dürfte mit seinem 300C Touring recht unterschiedliche Käufertypen erreichen: Einerseits sitzt man im Fond dieses Kombi so bequem, dass man sich chauffieren lassen möchte. Andererseits ist das Gefühl am Lenkrad schon durch die ziemlich hohe, massive “Skyline” der Motorhaube ein derart wuchtiges, gediegenes, dass man lieber selber – mit Anzug und Krawatte – fährt. Und wenn man die Bässe des sehr guten Boxensystems durch laute Hiphop-Beats erzittern lässt, passt die Karosse in schwarz irgendwie auch nzu jungen, betuchten Goldketten- und Sonnenbrillen-Trägern mit Baseballkappe.

Allerdings lässt sich der 300C Touring auch ganz profan als Lasttier nutzen, denn das hintere Lademaul ist sehr breit und öffnet bis weit vor die Dachkante.

Schwächen: Mit 5 Metern muss man in der Stadt erst einmal einen Parkplatz finden und dann mit einem üppigen Wenderadius umgehen. Die Klimaanlage wärmte die Innenluft im Testwagen an kühlen Frühlingstagen nur, wenn man sie voll aufdrehte. Man sieht durch die sportlich niedrige Dachkante aus der ersten Reihe nicht leicht zur Ampel hinauf. Dass auf dem einzigen Lenkradhebel zu viele Funktionen vereint sind, aktiviert manchmal den Scheibenwischer zum Blinker dazu.

Ansonsten ist dieser knapp zwei Tonnen schwere “Kombi-Riegel” bei uns vor allem optisch ein wirklich gelungenes Show-Objekt. Leisten können muss man sich allerdings neben den Trinksitten (immerhingemäßigt durch nein feines Dieseltriebwerk) auch die Versicherung für diesen 3-Liter-Selbstzünder mit serienmäßigem Partikelfilter.

Praxis im Chrysler 300 C Touring

Motor/Antrieb
Plus Kräftiges, elastisches Diesel-Triebwerk, das bei einem Lebendgewicht von knapp zwei Tonnen auch nötig ist. Dass man einen Diesel fährt hört man nicht.
Minus Der Durst ist naturgemäß nicht gerade klein.

Komfort
Plus Edles Ambiente mit üppigem Fahr- und Reisegefühl eines Rolls Royce. Seitlich viel Platz für Arme. Sehr gute Musik-Anlage.
Minus Verarbeitung könnte noch besser werden. Heckscheibenwischer winzig.

Fahrverhalten
Plus Entspanntes Fahren auf langen Autobahnen.
Minus Neigt (typisch für einen US-Kreuzer) durch weiche Federung zu Nicken und Neigen, Hinterachse vibriert in schnellen Kurven bei unebener Straße nach.

Platz/Variabilität
Plus Bei 5 Meter Gesamtlänge ist reichlich Platz für alles: Gute Bein- und Kopffreiheit vorn und hinten, Kofferraum 630 bzw. 1600 Liter (trotz schnittiger Linie). Kofferraumklappe öffnet weit, geteilt umklappbare Rückbank.

Messwerte
Topspeed: 227 km/h. Beschleunigung: von 0 bis 100 km/h in 7,9 Sekunden. Testverbrauch: 10,9 Liter auf 100 km. Preis (Chrysler 300 CRD Touring): ab EUR 51.000 (in Österreich, inkl. aller Abgaben)

Daten ab Werk

Motor
Common-Rail-Diesel, 6 Zylinder in V 72 Grad mit Turbolader und Intercooler, 2987 ccm, 160 kW/218 PS bei 3800/min, 510 Nm ab 1600/min, vier Ventile pro Zylinder, 2×2 obenliegende Nockenwellen, Leichtmetall-Zylinderkopf.

Kraftübertragung
auf die Hinterräder, 5-Stufen-Automatik.

Fahrgestell
selbsttragende Karosserie mit Hilfsrahmen; vorne doppelte Dreiecksquerlenker; hinten Mehrlenker (Quer- und Schräglenker, Spurstange), vorn und hinten Kurvenstabilisator, Schraubenfedern und Teleskopdämpfer.

Fahrwerk
Vierrad-Scheibenbremsen, ABS und Stabilitätsprogramm (ESP); Fußfeststellbremse auf Hinterräder; Zahnstangenlenkung mit Servo, Treibstofftank 71 Liter, Reifen 225/60 R 18, Felgen 7.5 J.

Abmessungen und Gewichte
Radstand 3050 mm, Länge 5000 mm, Breite 1880 mm, Höhe 1485 mm, ab 1885 kg 12,3 Meter Wendekreis.

Verbrauch
auf 100 km (lt. Werk): städtisch 10,9, außerstädtisch 6,8, gesamt 8,3 Liter. Diesel.

(getestet von Tobias Micke)

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