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Alfa Romeo Alfasud

15. Februar 2009 | AutomaTick

Alfa Romeo Alfasud Alfa Romeo Alfasud Als erster seiner Art und zu einer Zeit, als der Begriff „Golfklasse“ noch dem Sport zugedacht war, begeisterte der Alfa Romeo Alfasud die Mittelständler. Mit dem Alfasud, benannt nach der verträumten Gegend Süditaliens, verließen die traditionsbewussten italienischen Alfa Romeo Konstrukteure gewohnte Pfade und begaben sich in neue Gefilde. Unter der Leitung des österreichischen Ingenieurs Rudolf Hruska machte man es sich zur Aufgabe, ein kleines, aber geräumiges Familienauto zu erschaffen. Aufgrund von Regierungsauflagen zur Entgegenwirkung der Landflucht im Süden Italiens sollte es in der Nähe von Neapel in einem neuen Werk gebaut werden.

Das erste Exemplar wurde 1972 im Turiner Autosalon der Öffentlichkeit präsentiert und so begann die Erfolgsgeschichte eines Autos, das bis heute polarisiert. Der Alfasud war der erste Alfa Romeo mit Frontantrieb. Hruska, der zuvor bereits für Porsche und Fiat gearbeitet hatte, entschied sich hierbei für einen vierzylindrigen Boxenmotor, der unter eine sehr niedrige Motorhaube eingebaut wurde, die dem Alfasud ein sportliches Aussehen verlieh. Der Frontantrieb begünstigte auch die angestrebte Vergrößerung der Fahrgastzelle. Ziel war es, vier erwachsene Menschen bequem unterbringen zu können – keineswegs eine Selbstverständlichkeit zu dieser Zeit! Auch andere Extrawünsche des Konstrukteurs trieben den Designer Giorgio Giugiaro an den Rande des Wahnsinns; so sollte der Kompaktwagen neben besagten vier Personen auch noch ein vierteiliges Kofferset transportieren können: Eine Herausforderung, die Giugiaro durch das markant abfallende Heck mit integriertem Kofferraum löste.

Der Boxenmotor des Alfa Romeo Alfasuds leistete im Grundmodel 63 PS bei 1,2 Litern Hubraum und 6000 Umdrehungen pro Minute, wobei die Motorleistung später immer weiter verbessert wurde. Durch die Verlegung des Tanks unter die Rückbank verlagerte sich der Schwerpunkt und führte zu einer Erhöhung der Laufruhe. Die Produktpalette des „kleinen Italieners“ wurde bereits 1973 durch den Zweitürer Alfasud ti erweitert. Dieser sportlichen Variante mit 68 PS und allerlei verspieltem Zubehör folgte 1975 der Kombi Giardinetta und wiederum ein Jahr später der Alfasud Sprint – mit den verschiedenen Modellen wurden die Wünsche der diversen Alfa Romeo Fans, die sich in dieser Zeit rasant vermehrten, berücksichtigt. Weitere Überarbeitungen der Modelle in den Folgejahren hielten immer neue Überraschungen bereit und schickten die Konkurrenz oftmals in die Wüste.

Noch heute ist der Alfasud mit 1,01 Millionen verkauften Exemplaren das erfolgreichste Pferd im Stall Alfa Romeo, obwohl sich die Produktion durch die vielen Streiks und Sabotagen, von denen das Werk heimgesucht wurde, nicht rentierte. Der Grund für die oft geübte Kritik am Alfa Romeo Alfasud lag unter anderem an den häufig unqualifizierten Arbeitern: Durch nachlässige Lagerung und mangelhafte Verarbeitung kam es häufig zu Rostschäden und anderen Schwachstellen, die allerdings nach und nach ausgemerzt wurden.

Daten zum Alfa Romeo Alfasud:
Bauzeit: 1972-1983
Gewicht: 810 kg
Produktion: insgesamt über 1 Millionen
Nachfolger: Alfa Romeo 33

Links:

www.alfaclub.de
www.alfasud.alfisti.net (deutsche Fanseite)
www.freewebs.com (UK-Fanseite)


Kommentare

Ein Kommentar zu “Alfa Romeo Alfasud”

  1. Horst Frinte
    15. Februar 2009 um 17:42 Uhr

    “…kam es häufig zu Rostschäden und anderen Schwachstellen…” – das ist bei nahezu allen italienischen Automobilherstellern ein Feature! Einem KfZ aus dem Land der Pasta, das nicht spätestens nach zwei Wochen an jeder Stelle rostet und quietscht, wäre mir suspekt :-)

    Netter Artikel, großartiges Auto!
    Gruß, Horst

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