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Ford OSI

3. Januar 2009 | robins

Ford OSI Ford OSI O.S.I. – eine Duftmarke ist das. OSI-Ford der Kenner-Code für zeitlose Mittelklasse aus italienischer Maßkonfektion. Kürzel für unspektakuläre Erlesenheit in kleiner Stückzahl. Und zwar eine solche, die es wagt, mit den großen Hunden zu pinkeln, ja, die auf dem Genfer Autosalon 1966 zwischen Lamborghini Miura und Ferrari 330 GTC keck in die Autowelt hineinruft: Voilà, ich bin mit von der Partie!

O.S.I. – das sind die Initialen und das Markenzeichen der Officine Stampaggi Industriali, der Turiner Karosserie-Kunstschmiede, die Limousinen und Sportwagen für namhafte Adressen fertigte. 1960 vom Präsidenten a.D. der Carrozzeria Ghia, von Luigi Segre also und Arrigo Olivetti gegründet und 1968 schon wieder pleite gegangen. In seinen acht aktiven Schaffensjahren aber prägte das OSI-Design so manch schnittiges Erscheinungsbild von Alfa Romeo, Innocenti oder Fiat.

Und Ford gehörte auch dazu. Hatte Blut geleckt und Lunte gerochen, als VW-Karmann-Ghia-Designer Sergio Sartorelli 1965 den „Styling-Entwurf“ ganz unprätentiös und nebenbei präsentierte. Da dachten die Kölner gleich über Serie nach. Ob nun aber Serie oder nicht: Der Auftrag wurde erteilt. Vier Sitze sollte das Coupé bekommen und möglichst viele Ford-Teile. Das ließ sich machen. Äußerlich wurde es ein OSI, innerlich, will sagen mechanisch, war’s ein Ford Taunus 20M/TS.

Ford OSI Ford OSI Das Charakteristikum der Ummantelung lag in der schlicht-schwungvollen Linienführung und der sanft auslaufenden Dachpartie. Manch einer meint sogar, das Coupé mit der sichtbar guten Aerodynamik sei der schönste „Deutsch-Ford“ aller Zeiten, seine Formen einfach „phänomenal“.

Der über die gesamte Wagenbreite laufende Kühlergrill und die seitlich platzierten Lüftungsschlitze geben ihm eine sportiv-aggressive Note. Mit seiner resoluten Physiognomie wird der Osi-Ford quasi zum Weißen Hai der Straße. Mehr als ein schwärmerisches Wort gebührt überdies seinem Interieur. Reichlich Edelholz protzt im Armaturenbrett mit Mittelkonsole, ein Eye-Catcher auch die sportliche Bestuhlung und der knackig-knochentrockene Schaltknüppel.

Natürlich, wie könnte es anders sein, ist der Ford-OSI eine Delikatesse für den wahrhaftigen Automobil-Gourmet. Eine Trüffelnase muss dieser schon bei der Anschaffung beweisen, denn von 2200 jemals produzierten gibt es nur noch etwa 200 verbliebene Exemplare auf dem deutschen Autoraritätenmarkt. Und darunter gilt es dann noch die wenigen wirklich gepflegten Prachtexemplare herauszusondieren. Der Kenner jedenfalls würde sagen: „Beweisen Sie Geduld und Nerven – Es lohnt sich!“

Daten zum Ford OSI 20M/TS

Bauzeit: 1966/67-1968

Produktionszahl: 2200 Exemplare

Leistung: 90 (66 kW) und 108 PS

Höchstgeschwindigkeit: 171 km/h


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