Top

Rolls-Royce Silver Shadow

13. Dezember 2008 | Automatick

Rolls-Royce Silver Shadow Rolls-Royce Silver Shadow Selbst wenn sich die Reichen gern mit luftigen Dingen wie silbernen Wolken oder gar dem Silbernen Geist umgeben – so brauchen doch auch sie einen konkreten gemeinsamen Nenner, ein verbindendes Autoglied, einen Seat der Upperclass, den sie lieben, dem sie vertrauen, auf den sie schwören können. Silver Shadow. Ja, das ist so einer.

Er hält den einsamen Rekord als nobler Spitzenreiter und Luxus-Liebling. Mehr als 29.000 Mal wurde er gebaut, das hat kein anderer aus der RR-Familie geschafft. Oberklasse ohne Frage, zwischen Wolke und Geist, war er gemeinsam mit seiner Schwester Bentley T das, was man die Rolls-Royce’sche Revolution nennen könnte. Technisch wie optisch.

Der Silver Shadow markiert den Aufbruch des britischen Traditionsunternehmens in die Moderne. Ruhte der schlichte Grundsatz, die besten Autos der Welt zu bauen, seit Anbeginn der Firmengeschichte 1904 auf den Säulen von Hochwertigkeit, Langlebigkeit und Massivität, so gesellte sich nun ein viertes, geradezu beunruhigend modernes Prinzip hinzu: das der Innovation.

Zu zeitgemäßen Neuheiten wie der Einzelradaufhängung, Scheibenbremsen und einer Hydropneumatik im Federungssystem für eine ausgeglichene Niveauregulierung gesellte sich eine spektakuläre Novität – die selbsttragende Karosserie. Diese Neuerung birgt geradezu eine politische Dimension, nahm sie dem betuchten Individualisten doch jede Möglichkeit, die automobile Hülle nach eigenem Gusto mitzugestalten. Das tat der durchschnittliche Rolls-Royce-Käufer nämlich gern. Die neue Karosserie aber saß fest, man konnte sie also nur für gut befinden und erwerben.

Und das taten die Noblen dann auch. Taten es mit einem bis dahin ganz unbekannten, neuen, innovativen Gefühl. Denn, wie ein Enthusiast bemerkt, “erstmals sprach ein solches Fahrzeug vor allem auch den ‘owner-driver’ an, den Selbstfahrer, der den manchmal lustvollen … Mühen des Fahrens … den Vorzug gab.”
Mit dem Silver Shadow hielt offenbar ein gänzlich neues Lebensgefühl Einzug in die Oberschicht, denn, so weiß besagter enthusiastischer Kenner weiter zu berichten: “Lediglich 20 % aller Käufer des neuen Modells überließen das Volant einem Chauffeur.”

Die Innovationsrevolution vollzog sich im Inneren wie im Äußeren. Das neue Erscheinungsbild zeitlos schlichter Eleganz hatte sich von den verschnörkelten Karosserielinien der Vergangenheit verabschiedet, die Front aber beeindruckte mit markantem chromblinkenden Kühlergrill, umrahmt von kugeligen Doppelscheinwerfern und natürlich gekrönt von Emily, dem “Spirit of Ecstasy”.

1966, ein Jahr nach Silver Shadows Einführung, kam das zweitürige Coupé dazu, das man vornehm auch “two-door-salon” nannte, 1967 folgte das Cabriolet. Die beiden hießen später Corniche. Aus Silberschatten I. wurde 1977 schließlich Silberschatten II. Der hatte nun auch noch schöne neue gummibewehrte Stoßstangen.

Silver Shadow war das, was man zweifelsohne ein Erfolgsmodell nennen kann. Damals für 150.000 D-Mark zu erschwingen. Heute sollte man gut 30.000 Euro für ein solches Luxus-Schätzchen auf der hohen Kante haben. Dazu allerdings ist es ratsam, auch noch ein zusätzliches Sparbuch mit 10.000 Euro für die liebevoll angemessene Pflege und den Unterhalt des teuren Kindes anzulegen.

Daten zum Rolls Royce Silver Shadow
Bauzeit: 1965-1980
Produktionszahl: rund 29.000 Exemplare
Leistung: 178-200 PS
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

Links
Die Rolls-Royce-Homepage
Rolls-Royce-Enthusiasten-Club


Kommentare

Kommentieren Sie “Rolls-Royce Silver Shadow”
 





Alle mit einem Sternchen * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden!

Bottom