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Jaguar XJ

15. November 2008 | robins

Jaguar XJ, Serie I Jaguar XJ, Serie I Frage: Was ist Britishness? Antwort: Jaguar.

Frage: Was ist feine englische Art auf vier Rädern? Antwort: Jaguar. – Der hier hat gerade ein sehr schönes Alter erreicht: 40 Jahre ist er dieses Jahr geworden. Ein Blick in das charaktervolle Gesicht (diese Katze hat keine Schnauze) eines 68er Jahrgangs lässt keine Zweifel aufkommen: 40 und so jung wie nie zuvor. Makellos schön noch dazu.

Ein zweiter Blick mit Zeitsprung ins Jahr ’08 zum modernen XJ alias X350 bestätigt es ein weiteres Mal: Der Ältere ist der Schönere, Elegantere, Leichtfüßigere, Filigranere. Dabei hat sich die Oberklassenlimousine in all den Jahren äußerlich so wenig verändert, dass man auch 2002 bei der Premiere das aktuelle Modell hätte spontan ansprechen und fragen mögen: „Sagen Sie, kennen wir uns nicht irgendwoher?“

Jaguargesicht XJ 2008 Jaguargesicht XJ 2008 Der Ältere nimmt in der Geschichte Jaguars eine besondere Rolle ein, eine ehrenvolle und richtungweisende zugleich. So war er es, mit dem man die barocke Formensprache samt ihrer majestätisch-getragenen Eleganz hinter sich ließ, um in ein neues Zeitalter einzutreten, in dem Schönheit sich mit Schnelligkeit verbinden sollte. Und er, der 1968 in Paris debütierte, der Erste also war zugleich der letzte, der von der Hand des Firmengründers Sir William Lyon persönlich gezeichnet wurde.

Die schöne, schnelle Katze der ersten von insgesamt drei Serien gab es in verschiedenen Züchtungen. Zuerst den XJ 6 als 4,2 Liter Reihensechszylinder mit 186 PS, der beim Sprinten geschmeidige 204 km/h auf die Tatzen brachte. Etwas kleiner außerdem der 2,8 Liter Sechszylinder. Der Zartere jagte seine Mäuschen immerhin bei 149 PS mit 180 km/h. 1972 kam dann der XJ 12, ein wahres Mannsbild an Kater dazu. Der Zwölfzylindermotor mit 5,3 Litern Hubraum und 253 PS brachte es auf 240 km/h sanft schnurrende Spitzengeschwindigkeit. Mit ihm hatte Jaguar damals aber nicht nur die weltschnellste Katze unter den Luxuslimousinen hervorgebracht, sondern für die folgenden 15 Jahre auch den einzigen viertürigen Luxusliner mit einem Zwölfzylindermotor hinter den funkelnd blitzenden Chromaugen.

Jaguar XJ 6, Serie II, Jg. 1975 Jaguar XJ 6, Serie II, Jg. 1975 Luxuriose Katzen sind selten pflegeleicht. Was bei Perser und Siam das Schnüpfchen, das hieß beim Jaguar früher Rostfraß, widerspenstige Elektrik und je nach Verfassung versagende Lichtmaschine oder streikende Benzinpumpe. Auch ein plötzlicher Motorschaden gehört zu den Malaisen, die sich gern einmal unerwartet einstellten.

Wer aber das feine Schnurren des schönes Tieres liebte und liebt, wer sich am geschmeidig gemaserten Holz, den hübschen Uhren mit ihrem glanzvoll blinkenden Chrom im Armaturenbrett und dem zart–würzigen Duft des edlen Leders ergötzen kann, der wird die kleinen Marotten des schönen Katers gern ertragen und ihm dennoch zärtlich sein Fell bürsten.

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Daten zu Jaguar XJ Series I-III:

Bauzeit: 1968-73, 1973-79, 1979-92

Produktionszahl: Serie I knapp 99.000, insgesamt um die 400.000 Exemplare aller drei Serien

Leistung Serie I: 109 kW/149 PS (XJ 6/2,8 l), 136 kW/186 PS (XJ 6/4,2 l), 186 KW/253 PS (XJ 12/5,3 l)

Höchstgeschwindigkeit: Serie I: 180 km/h (XJ 6/2,8), 205 km/h (XJ 6/4,2)


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