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VW Phaeton V6 TDI 4Motion

11. November 2008 | robins

VW Phaeton V6 TDI 4Motion VW Phaeton V6 TDI 4Motion Luxus für Einsteiger

Der „kleine“ Diesel sollte eigentlich zum Turbo für das Volkswagen-Flaggschiff werden

Phaeton ist tot, es lebe der Phaeton! Jene, die VWs Flaggschiff schon vorneweg als Ladenhüter sahen, muss man leider ein wenig Recht geben: Der Phaeton (das Auto, nicht die Figur aus der griechischen Mythologie, die spätestens jetzt jeder kennt, da Österreichs Rechtspopulist spektakulär und tödlich mit einem VW Phaeton verunglückte) lebt zwar noch, fristet aber ein unfair bescheidenes Dasein. Unfair, weil an dem technisch sehr feinen Auto eigentlich nichts verkehrt ist – außer vielleicht dem Namen, der drauf steht. Und so bleibt der Phaeton ein Manager-Geheimtipp und ein ungewöhnliches, rollendes Statement.

Da der Phaeton (noch) nicht tot zu kriegen ist, haben wir uns das interessanteste Modell aus der Baureihe noch einmal genauer angesehen: Sechs ist gut. Und zwar erstaunlich gut: Sechs Zylinder, die 240 Diesel-Pferdestärken und ein Spitzendrehmoment von 500 Nm (schon ab 1500/min) liefern, stehen dem VW-Flaggschiff Phaeton, das man von der Straße hauptsächlich mit den mächtigen 8- und 12-Zylinder-Triebwerken kennt, erstaunlich gut zu Gesicht. Immerhin gilt es ein Lebendgewicht von 2158 Kilo würdevoll zu stemmen. Und das kann der kleine Selbstzünder, der die Motoren-Palette nach unten abrundet, mit der 6-Stufen-Automatik in 8,3 Sekunden (auf 100 km/h), ohne dabei brustschwach oder laut zu wirken.

VW Phaeton V6 TDI 4Motion VW Phaeton V6 TDI 4Motion Für die 65.100 Euro (Preis in Deutschland), die gleichzeitig Einstiegspreis in die Phaeton-Welt sind, bekommt man permanenten Allradantrieb (4Motion), Rußpartikelfilter und 6-Stufen-Automatik (Tiptronik) serienmäßig. Norm sind außerdem Holzausstattung, 4-Zonen-Klima-Automatik, Audio-System mit CD-Wechsler und 10 Lautsprechern, optische und akustische Abstandssensoren vorne und hinten und vieles mehr, das man in der Luxusklasse erwartet.

Damit dürfte der V6-Diesel (mit speziell entwickelter Drallsteuerung über elektrisch verstellbare Drallklappen) dem „kleinen“ V6-Benziner mit 280 PS wohl die Show stehlen, der mit schwächerem Drehmoment 69.800 Euro kostet.

Bei ersten Testfahrten konnte die Kombination V6-Diesel und Phaeton durchaus begeistern. Die serienmäßige in der Ausstattung enthaltene Luftfederung sorgt für tollen Komfort auch auf schlechten Straßen. Der Wagen läßt sich während der Fahrt nicht nur härter oder weicher einstellen, es ist auch möglich das Gesamtniveau der Karosserie zu heben.

VW Phaeton V6 TDI 4Motion VW Phaeton V6 TDI 4Motion Die Verarbeitungsqualität von Leder und Holz, die in der sehenswerten VW-Manufaktur in Dresden in der mit Holzparkett ausgelegten Fabrik gewährleistet wird, ist hervorragend und die elektrischen Verstellmöglichkeiten für die Sitze (vorne als auch hinten) sind – inkl. Rückenmassage-Funktion – beinahe grenzenlos.

Zu kritisieren gäbe es, dass man schon mit 1,80 Meter Größe in aufrechter Sitzposition im Fond leicht an der Decke streift und dass die Mittelkonsole im Fond der Vier-Sitzer-Version, die lediglich die Klimakontrolle und Sitzverstellung für die hinteren Passagiere beinhaltet, zu dominant und außerdem aus unpassend billig wirkendem Plastik ist.

2400 Euro mehr zahlt man übrigens, will man dasselbe Diesel-Aggregat (das sich auch im Touareg befindet) im Audi A8 quattro (mit 7 PS weniger) erfahren. Genau da wird sich zeigen ob der prestigeträchtige Einstieg von VW in die Oberklasse doch noch gelingt, denn der Drei-Liter-Selbstzünder sollte eigentlich zum Turbo für die bis jetzt nicht überragenden Verkaufszahlen der edlen Karosse werden.

Der Motor

Phaeton V6 TDI Sechszylinder-Reihenmotor mit Direkteinspritzung, Turbolader und Ladeluftkühler, vier Ventile pro Zylinder, 2967 ccm, 176 kW/240 PS bei 4000/min, 500 Nm schon bei 1500/min, 0 bis 100 km/h in 8,3 sec., 237 km/h, Verbrauch städtisch/außerstädtisch/gesamt: 12,0/7,2/9,0 Liter Diesel.

Die Phaeton-Preise in Deutschland

V6 TDI 4Motion (176 kW/240 PS): ab 65.100,-

V6 4Motion (206 kW/280 PS): ab 69.800,-

V8 4Motion (246 kW/335 PS): ab 80.700,-

W12 4Motion (331 kW/450 PS): ab 113.900,-

Die optional erhältliche Langversion (ca. 11.500 Euro Aufpreis) wird zusätzlich mit einem 241 PS-Benziner angeboten.

(getestet von Tobias Micke)


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