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De Lorean DMC-12

25. Oktober 2008 | robins

De Lorean DMC-12 De Lorean DMC-12 Heimst ein Wagen nicht nur eine, sondern gar mehrere Prämierungen ein, dann schindet er für gewöhnlich Eindruck.

Dieses Exemplar hier tut dies umso mehr, denn es hat’s doch tatsächlich auf zwei Weltranglisten geschafft, die gegensätzlicher kaum sein könnten. So rangiert der einzige je realisierte Wagen der De Lorean Motor Company (DMC) also zugleich auf Nummer 34 der „50 schlechtesten Autos aller Zeiten“ und auf Platz 48 der „100 schönsten Autos aller Zeiten“ – einmal gekürt vom TIME Magazin, einmal vom Männermagazin GQ. „Schwerfällig, voller Qualitätsmängel und viel zu teuer!“, so die erste Stimme, „futuristisch und modern im Design!“, so die zweite. Was anders sollte einem da noch in den Sinn kommen als der gute alte Lateinerspruch De gustibus

Über Schönheit oder deren Mangel mag also der Geschmack walten. Was aber sagen die Fakten?

Die Geschichte des Flügeltürers De Lorean ist die eines hoffnungsvollen, wenn auch zähen Anfangs, eines recht kurzen Erfolgs und eines durch äußere und innere Faktoren bestimmten raschen wie unaufhaltsamen Niedergangs.

Mit Zuschuss bei Lotus

Nachdem Firmengründer John Zachary DeLorean es 1976 mit dem ersten Prototypen und dessen sprechenden Namen De Lorean-Safety-Vehicle (DSV) erfolglos bei Ford versucht hatte, 1977 dann mit dem zweiten auch bei Porsche nicht landen konnte, nahm sich schließlich die britische Firma Lotus der Angelegenheit an. Mit 135 Millionen Pfund Zuschuss von der britischen Regierung startete die Produktion des einzigen Serienmodells aus rostfreiem Edelstahl im nordirischen Dunmurry. Heraus kam ein 1,3 Tonnen-Exemplar, das nur 132 PS aufzubieten hatte, um die träge Masse in Bewegung zu setzen. Erstaunlicherweise brachte das Schwergewicht es trotz dieser schwächlichen Konstitution auf ganze 200 km/h Höchstgeschwindigkeit, was wohl an der aerodynamischen Keilform lag, die Giorgetto Giugiario ihm designend verpasst hatte.

De Lorean DMC-12 De Lorean DMC-12 25 statt 12

Trotz etlicher Schwächen – Motorüberhitzungen und hecklastigem Fahrverhalten aufgrund des hinten platzierten behäbigen V6-Motors – verkaufte sich der DMC-12 auf dem Hauptabsatzmarkt USA recht gut. Und dies, obschon er mit 25.000 Dollar doppelt so teuer war wie ursprünglich geplant, ja im Namen gar als ehrgeiziges Programm festgeschrieben! Eigentlich hätte er in DMC-25 umgetauft werden müssen.

1980/81 folgte dann die schwere Krise in der Automobilindustrie, gegen die das junge Unternehmen noch nicht ausreichend gewappnet war. Auf einen letzten gewährten Kredit von 30 Millionen Pfund erklärte die britische Regierung das Unternehmen nach nur 18 Monaten Produktionszeit im Oktober 1982 zur Konkursmasse.

DMC-12 restyled

Ein Großteil der bis dahin produzierten Wagen wurde im Nachhinein durch einen texanischen Investor erst einmal gründlich um- und aufgemöbelt, bevor sie schließlich als Remanufaktur eine zweite Chance auf dem Markt erhielten. Johnny Zachary aber hat wahrscheinlich bis zu seinem Ende im Jahr 2005 davon geträumt, dass alles wieder gut werden möge. Mit Medusa, der viertürigen Flügeltürlimousine, die leider nie das Licht der Welt erblickte.

Wer den DMC-12 ungeachtet seiner schwierigen Geschichte einfach mal nur als rasantes Erfolgsmodell fahren und geniessen möchte, der hat dazu eine gute Gelegenheit: Mit dem Joystick in der Hand wird De Lorean in Carmageddon II oder Autobahnraser II wahrhaftig zum überlegen flitzenden Überflieger.

* * *

Daten zum De Lorean DMC-12:

Bauzeit: 1981-1982

Produktionszahl: 8583 Exemplare

Leistung: 97kW/132 PS

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

Weiterführende Links:

Hundert Meisterwerke GQ-Special Juni 2008

De Lorean-Website


Kommentare

4 Kommentare zu “De Lorean DMC-12”

  1. Webnews.de
    27. Oktober 2008 um 11:19 Uhr

    De Lorean DMC-12…

    Heimst ein Wagen nicht nur eine, sondern gar mehrere Prämierungen ein, dann schindet er für gewöh…

  2. Jake
    31. Oktober 2008 um 14:11 Uhr

    da fehlt was… Zurück in die Zukunft.

  3. Pamela Moucha
    4. November 2008 um 12:16 Uhr

    … Und wie könnte man De Loreans Filmruhm als weltzeitendurchmessender Flitzer in der legendären 80er Jahre Kino-Science-Fiction-Trilogie „Zurück in die Zukunft“ je vergessen?! – Ausgestattet mit einem ausgeklügelten atomaren Elektroantrieb zur Gewinnung der Energie für den „Flux-Kompensator“ schickt Doc Brown den jungen Marty McFly im De Lorean auf seine Zeitreise in die Vergangenheit. Als prototypisches Zeitreisevehikel wird er außerdem von Jake Gyllenhaal in „Donnie Darko“ erwähnt. Und nicht zuletzt gefiel sich auch Silvester Stallone in Rocky 3 mit Schweißband und gezücktem Bizeps im keilförmigen Futuremobil posierend.

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