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Peugeot 404

3. Oktober 2008 | robins

Peugeot 404 Super Luxe, Jg. 1965 Peugeot 404 Super Luxe, Jg. 1965 Variantenreicher Weltenbummler im multiplen Einsatz – in Rot ganz einfach umwerfend!

Die Peugeots, das waren echte Typen. Statt blumiger Karossen- und Kosenamen einfach der Reihe nach durchgezählt. Die numerische Ordnung besticht durch schlichte Klarheit (sieht man von den kleinen Ausnahmen „Bébé“ und „Quadrilette“ einfach mal ab).

Irgendwann kam auch die Null ins Spiel. Die Null ist in diesem Falle keine gewöhnliche Null, hat sie doch einen für eine Null außergewöhnlich hohen Wert. Zumindest zwischen den beiden Vieren des Peugeots, denn hier handelt es sich sogar um eine Null mit Patent. Die allererste Null jedenfalls, die 1929 zu dieser Ehre kam, saß zwischen der 2 und der 1. Im ersten Modell, das die Schallgrenze zur Dreiziffrigkeit durchbrochen hatte, Type 201. Wegen ihr musste sogar eine Porsche-Null weichen, daher aus dem 901 ein 911 wurde.

Peugeot 404 Cabriolet, Jg. 1963 Peugeot 404 Cabriolet, Jg. 1963 Hier sei die Aufmerksamkeit aber auf den heißen Typ mit den Vieren gerichtet: Variantenreich war er, der 404, ähnlich wie sein Vorgänger 403, der es auf ganze 51 Ausführungen brachte. Man kannte und kaufte ihn als Limousine, Cabrio, Coupé und Kombi. Im französischsprachigen Afrika schätzte man ihn sogar als Pick-up. Der Kombi, auch Break genannt, kam einfach daher als Commerciale, großräumig als Familiale. Ganz familiär konnten darin in der dritten Sitzreihe sämtliche Sprösslinge einer Riesensippe verstaut werden.

Neben seinem Einsatz als Transportmittel für Großfamilien war er, mit den entsprechenden Sonder-, Auf- und Umbauten und den dazu passenden Ausstattungen – Taxometer, Blaulicht, Sirene, Seilwinde, Tropf – auch in anderen Missionen unterwegs. So sah man ihn im Einsatz als nordafrikanisches Taxi, Polizei- und Feuerwehrauto, Krankentransporter und nicht zuletzt – für den falschparkenden Betroffenen ein meist wenig erfreulicher Anblick – als Abschleppwagen.

So vielseitig wie das Fahrzeug ist auch die Familie aus dem württembergischen Mömpelgard (franz. eleganter: Montbeliard), der es entstammt, denn die Peugeots haben sich nicht nur in der Kunst des Automobilbaus geübt. In den Anfängen wurde gegerbt, gefärbt und gesponnen. Und neben dem, was nahe lag – Fahrräder und Motorräder – hat man in den Werkstätten auch noch so manch Anderes gefertigt: Walzeisen, Uhrenfedern und Korsettstäbe, Sägeblätter, Phonographenfedern und Rasierklingen, Bügeleisen, Scherklingen und, nicht zu vergessen, die Kaffee- und Pfeffermühlen mit den unverwüstlichen Mahlwerken.

Peugeot, Pfeffermühle Paris Peugeot, Pfeffermühle Paris Die Pfeffermühle übrigens mag dem ein oder anderen auch küchentechnisch bewanderten Autokenner als der inoffizielle erste Klassiker aus dem Hause Peugeot gelten, denn sie ist das älteste Modell und wurde schon ab 1842 gefertigt. Das erste Fahrzeug Peugeots kam ganze 47 Jahre später.

Ganz gleich aber ob erster oder ältester, klassisch ist sie unbestritten. Und als solche kann sie sich in zeitloser Schönheit durchaus neben den automobilen Klassikern sehen lassen.

Daten zum Peugeot 404

Bauzeit: 1960-1975 in Europa (bis 1982 in Argentinien, bis Mitte 1990er als Pickup in Afrika)

Produktionszahl: 2.885.267 Exemplare

Leistung: 49-88 PS

Höchstgeschwindigkeit: 128-148 km/h


Kommentare

Ein Kommentar zu “Peugeot 404”

  1. Webnews.de
    6. Oktober 2008 um 9:48 Uhr

    Peugeot 404…

    Die Peugeots, das waren echte Typen. Statt blumiger Karossen- und Kosenamen einfach der Reihe nach d…

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