Top

Nichts bewegt mich wie ein Spot von Citroën

24. September 2008 | robins

Schicksalsschläge… Schicksalsschläge… Was hat Citroën denn für eine Werbestrategie? In den Vereinigten Staaten zieht die Krise den Leuten die Häuser unter dem Hintern weg und Citroën preist hier seinen C4 Picasso im Stile von „Schöner Wohnen“!

Die aktuellen Werbespots von Citroen sind, nun ja, nicht jedermanns Geschmack. Den politikbewussten Kunden kann man wohl nicht mehr von einem Kauf überzeugen, hat er sich zunächst einen der aktuellen Spots angeschaut.

Folgendes bekommen wir zu sehen: Einen Mann, dessen Pantoffeln vor der Autotür stehen, seine Morgenzeitung wird gerade angeliefert. Er steigt im Morgenrock aus dem Auto. Um ihn herum Reihenhäuser, alles blitzblank.

Selbstredend erzählt Citroën die Geschichte von einem glücklichen C4-Besitzer, der sich nichts sehnlicher wünscht, als in seinem Auto zu schlafen. Trotzdem denke ich: Der Arme! Hat ihn seine Frau verlassen? Hat er Schulden? Unverschuldet in Not geraten? Nun ist ihm nicht mehr als ein Auto geblieben, ein Neuwagen immerhin. Wahrscheinlich kommt er aus dem Leasingvertrag einfach nicht wieder raus. Und die Tageszeitung – ist der einzige Luxus, den er sich gönnt.

Kein Auto ist so schön, dass man darin leben möchte, auch kein Citroën. Trotzdem kommen immer wieder Menschen in die Situation, in einem Auto leben zu müssen. In Anbetracht der Immobilienkrise sind solche Spots (hier eine Variante) ein Fehlgriff. Das Problem besteht ja nicht erst seit gestern, da hätte Citroën in jedem Fall noch reagieren können. Mal abgesehen von der politschen Brisanz… es gab wirklich schon innovativere Werbekampagnen!


Kommentare

2 Kommentare zu “Nichts bewegt mich wie ein Spot von Citroën”

  1. Thomas Albrecht
    25. September 2008 um 8:37 Uhr

    Ab ca. 1 m Länge sollte der moralische Zeigefinger mit einer roten Flagge, nach Einbruch der Dunkelheit mit einer roten Laterne gekennzeichnet werden.

  2. skorrje
    26. September 2008 um 14:53 Uhr

    Citroen polarisiert halt gern mit ihrer Werbung. Zuletzt gab es Kritik, als alle nicht-Citroen-Fahrer als „Schweine“ dargestellt wurden, weil Cit damals noch Vorreiter der Dieselfilterbewegung war. Trotzdem: Wer denkt bei dem Spot an eine Immobilienkrise? Leute, die in ihrem Auto leben müssen, sehen wohl anders aus (die Autos auch). Den Spot, wo der Liebhaber der Frau aus der Hintertür flüchtet, finde ich ganz witzig.

Kommentieren Sie “Nichts bewegt mich wie ein Spot von Citroën”
 





Alle mit einem Sternchen * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden!

Bottom