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BMW 501, 502 und 3200 CS

14. September 2008 | robins

BMW 501 BMW 501 Nach dem Krieg hielt man’s mit teuren Engeln – Barockengeln. Wer sich nun aber eine paustbäckige Putte mit Heiligenschein und Amorpfeil vorstellt, der irrt. Die elegant geschwungene Linie der Karosserie war’s – sicherlich Verursacherin so manch himmlischen Vergnügens –, die einem Automobil seinen Kosenamen gab. Wenn man sich indes den Wagen von vorn betrachtet, dann liegt der Gedanke ans Engelsgesicht mit wohlgenährten Wangen doch gar nicht so fern…

Dass die Engel teuer waren, lag sicherlich zum einen an ihren inneren Werten – stabil verarbeitet, nach außen hin von konservativer Repräsentativität, innen jedoch ausgestattet mit modernem Zubehör und im Hinblick auf Bequemlichkeit keine Wünsche offen lassend. Teuer waren sie zum anderen aber auch, wenn man ihren holden Preis an dem misst, was der Nachkriegsdeutsche damals so aufzubieten hatte. Der Preis für einen BMW 501 betrug 15.000 DM, das durchschnittliche Salär hingegen lag im Monat bei 350 Mark.

Sollte der Barockengel tatsächlich vom Himmel gefallen, und nicht, wie manche annehmen, zwischen ’52 und ’64 in bayerischen Motorwerken produziert worden sein, so muss man jedenfalls feststellen, dass es sich wahrlich um einen tapfren Engel handelt. Im Streifeneinsatz für Polizei und Feuerwehr rettete der 501er Sechszylinder sicherlich so manche Seele vor Verderben oder Feuersbrunst. Und als Polizeiengel erlangte er sogar filmischen Ruhm.

BMW 501 in „Funkstreife Isar 12“ (Video: Youtube)

Aber mehr noch: In Lorch im Württembergischen bei Binz & Co machte man aus dem 502er einen ‚komfortablen Krankenwagen‘, der die Siechenden mit gediegener „Laufruhe“, „Ausgeglichenheit“ und der „Elastizität“ seines Achtzylindermotors ins nächste Spital beförderte. Elastisch, ruhig und ausgeglichen fand ihn damals jedenfalls die Fachpresse.

Der Achtzylinder war im übrigen ein Novum in gleich dreifacher Hinsicht, war er doch der erste, den BMW baute, der erste aus deutscher Mache nach dem Kriege und der weltweit erste serienmäßig hergestellte Leichtmetall-V8-Motor überhaupt.

Auch Bertone oder: der 3200 CS gehörte zur Trias der Barockengel dazu. Nur Bertone brachte es auf 190 Sachen, und er war auch der exklusivste, was den Preis betraf. Von 1962-65 als spätes Spitzenmodell gebaut, bildete das Oberklassencoupé sozusagen den krönenden Abschluss des himmlischen Gespanns.

* * *

Daten zum BMW 501

Bauzeit: insgesamt: 1952-1964, 1952-54 (501), 1954-61 (502), 1962-65 (3200 CS)

Produktionszahl: insgesamt 21.792 Exemplare

Leistung: 65 PS (501), 100 PS (502), 160 PS (3200 CS)

Höchstgeschwindigkeiten: 135/160/190 km/h (501/502/3200 CS)

Anschaffungskosten zur Bauzeit: 15.000-20.000 DM


Kommentare

Ein Kommentar zu “BMW 501, 502 und 3200 CS”

  1. Webnews.de
    16. September 2008 um 10:14 Uhr

    BMW 501, 502 und 3200 CS…

    Aus der Reihe „Klassikergeschichten“: Nach dem Krieg hielt man’s mit teuren Engeln – Barockengel…

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