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VW Karmann-Ghia Typ 14

31. August 2008 | robins

Karmann-Ghia Typ 14, Jg. 1967 Karmann-Ghia Typ 14, Jg. 1967

Mit dem Karmann-Ghia ist es wie mit den Spag(h)etti vor und nach der deutschen Rechtschreibreform. Nein, Moment, eigentlich ist es genau umgekehrt: Keiner spricht ihn richtig aus, obwohl er richtig geschrieben ist. Gemeinhin sagt man nämlich [Karmandjschia], obwohl es korrekterweise doch [Karmangia] heißen müsste. Die italienische Pasta, seit der Reform ohne h, hieße jetzt übrigens korrekterweise nicht mehr [Spagetti], sondern [Spadjschetti]…

Eine verzwickte Angelegenheit ist nicht nur die Aussprache, sondern auch die Überlieferung von Karmanns Entwicklung. Die komplizierte Geschichte seiner äußeren Form führt von der Legende des italienischen Kaufmanns Luigi Segre (er soll angeblich, hat aber in Wahrheit gar nicht) in die Turiner Carrozzeria Ghia zu Felice Mario Boano und seinem Filius (die beide irgendwie ihre Finger mit drin hatten), zurück zu einem prototypischen Entwurf für Chrysler, der wiederum aus der Feder des us-amerikanischen Designers Vergil Exner stammt. Bevor also der erste Karmann 1955 auf den Markt kam, gab es 1953 schon einen Prototypen – eine maßstabgetreue Designstudie in „gazellenbeige“, die heute mit anderen hübschen Exemplaren im Volkswagen Automuseum in Wolfsburg bestaunt werden kann.

Die Geschichte der Technik des Typ 14 ist überschaubarer und daher schnell erzählt, denn seine technische Ausstattung deckt sie sich bis auf wenige Unterschiede mit der des VW Käfers.

Coupé oder Cabriolet – zwischen diesen beiden konnte wählen, wer sich für einen Karmann-Ghia des Typs 14 entschieden hatte. Beide sind nicht zu verwechseln mit Typ 34, dem „großen Karmann“ und Typ TC. Dieser nicht minder schön, jedoch nur in Brasilien gefertigt, weshalb man in Deutschland lediglich von ihm träumen konnte.

Dem langlebigen Karmann, der knapp 20 Jahre von ’55 bis ’74 in fast unveränderter Form gebaut wurde, haftete eine Weile lang – vollkommen unbegründet, wie das Liebhaberauge befindet – ein etwas zweifelhafter Ruf als „Sekretärinnensportwagen“ an, den er aber, so die Stimmen aus Oldtimer-Kennerkreisen, glücklicherweise längst wieder abgelegt hat. Warum sollte auch ein so smartes Schmuckstück wie dieses nur einer Zunft gehören? – Topmanagerinnen, Kinokassiererinnen, Automagazin-Autorinnen der Welt: Euch stünde ein Karmann-Ghia ja sooo gut!

* * *

Daten zum VW Karmann-Ghia Typ 14 (Coupé und Cabriolet)

Bauzeit: 1955-1974

Produktionszahl: insgesamt rund 443.480 (Typ 14 Coupé: 385.805, Typ 14 Cabriolet: 81.053 Exemplare)

Leistung: 30 PS

Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h


Kommentare

4 Kommentare zu “VW Karmann-Ghia Typ 14”

  1. Webnews.de
    1. September 2008 um 9:32 Uhr

    VW Karmann Ghia Typ 14…

    Der smarte Italiener mit dem komplizierten Namen und der noch komplizierteren Geschichte seiner Ents…

  2. Peter
    5. September 2008 um 8:18 Uhr

    Der Karmann Ghia ist wahrlich ein sehr schönes Auto!

    Luftgekühlte Grüße

    Peter

  3. VW Karmann-Ghia Typ 14 | Autos von Gestern
    9. Dezember 2008 um 10:29 Uhr

    […] Karmann-Ghia wurde in Osnabrück zwischen 1955 und 1974 produziert. Dabei unterschied sich das Auto nur vom Design zum VW-Käfer – dem […]

  4. Siegfried Götz
    19. März 2009 um 23:33 Uhr

    Ich habe im Mai 1963 einen Karman Ghia Typ 14 in der Farbe „Pacific“ das Dach „blauweiß „mit 34 PS neu gekauft. Im Sommer 1969, (wegen Familienzuwachs) wieder verkauft. Allerdings war das Auto ziemlich wartungsintensiv. Alle 2500 km, kleiner Kundendienst, abschmieren, usw.

    Alle 5000 km großer Kundendienst, Ventile einstellen, Ölwechsel etc. An der Vorderachse waren permanent, trotz abschmieren die Bundbolzen ausgeschlagen. Der TÜV war ganz scharf darauf an den Vorderrädern zu wackeln. Zu den oben genanten Daten, möchte ich noch abschließend bemerken: Mein Karmann hatte 34 PS und lief auf ebener Straße locker seine 140 kmh. Wenn aber der Wind von hinten kam und die Straße etwas abschüssig war, waren auch mal 150 kmh drin. (Laut Tacho)

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