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Ford Taunus 17M: P2 und P3

22. August 2008 | robins

Ford Taunus 17M P2 Ford Taunus 17M P2 Buckel, Barock, Badewanne oder Große Wanne: Welches Taunusserl hätten’s denn gern? Ist das eine Qual der Wahl! Irgendwie sind sie ja alle kultig schön…

Nun gut, widmen wir uns einmal nur den Kandidaten P2 und P3, Barocktaunus und Badewanne, die, obgleich in direkter Aufeinanderfolge stehend, kaum unterschiedlicher sein könnten, was ihr Charisma betrifft. Hier mit dem zweiten Fordschen Nachkriegswagen: Gelsenkirchener Barock anno 1957 mit französischem Mini-Straßenkreuzerflair – dort ab 1960 sachliche Nüchternheit, Einzug der europäischen Moderne – kurz: die „Linie der Vernunft“. Obere Mittelklasse sind sie jedenfalls beide, jeder auf seine ganz eigene Art.

„Projekt 2“, wie der firmeninterne Codename für den Ford Taunus 17M P2 lautete, war singulär in gleich mehrfacher Hinsicht. Nach dem Vorbild der französischen Vedette war das Modell mit Vorreitercharakter als deutschlandweit erstes Auto mit McPherson-Federbeinen ausgestattet worden, was bedeutete: hoher Fahrkomfort bei niedrigem Anschaffungspreis – und das auch noch als Standard.

Der komfortabel gedämpfte Fahrgenuss wurde durch den Reiz der üppigen Ausstattung übertroffen. Hier wurde nicht gekleckert, hier wurde geklotzt: blinkender Chromschmuck, kaugummicoole Heckflossen im Stile echt amerikanischer Straßenschlitten und, es kommt noch besser, in der deLuxe-Variante eine Innenausstattung mit Brokatstoff und noch ein paar Schichten Glitzerchrom oben drauf. Der Barocktaunus machte seinem Spitznamen wahrlich alle Ehre.

Ford Taunus 17M P3 Ford Taunus 17M P3 Und dann also überkommt den Taunus 1960 mit dem P3 über Nacht eine Welle neuer Sachlichkeit? – Na, ganz so radikal scheint der Wandel zur europäisch-nüchternen Vernunft doch nicht gewesen zu sein, wenn man bedenkt, dass der Neue mit nicht minder zweifelhaften Spitznamen bedacht wurde wie sein Vorgänger. Die lauteten im Hinblick auf seine aerodynamische Stromlinienform nicht etwa „Windebezwinger“, sondern „Badewanne“ oder „Kölner Ei“. Und unter den Fordianern hieß er nicht etwa „Seidenstückchen“, sondern „Niehler Nacktarsch“.

Trotzdem gab sich der P3 bescheidener, verzichtete auf Heckflossen, Brokat und Chromgeblitze und zeigte sich in seiner schlichten Form trotzdem variantenreich und flexibel. Nicht nur die Kombivariante Taunus „Turnier“ bot die Wahl zwischen drei verschiedenen Heckklappen. Der geneigte Käufer durfte sich außerdem zwischen drei Motoren entscheiden, die er mit einer Palette möglicher Farbvarianten beim Lack und der Innenauskleidung kombinieren konnte. Man wagt sich kaum auszumalen, welch kühne Komposition da bei dem ein oder anderen Spezialisten wohl herausgekommen ist…

* * *

Daten zum Ford Taunus:

Bauzeit: Taunus 17M P2 (1957-1960), P3 (1960-1964)

Produktionszahlen: Taunus 17M P2: weltweit fast 240.000 Exemplare, P3: ca. 650.000 Exemplare

Leistung: Taunus 17M P2: 44/kW/60PS), P3: in den verschiedenen Motorenvarianten 40/48/55 kW bei 55/65/75 PS

Höchstgeschwindigkeit: Taunus 17M P2 und P3: 128 km/h

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Kommentare

2 Kommentare zu “Ford Taunus 17M: P2 und P3”

  1. Webnews.de
    26. August 2008 um 13:43 Uhr

    Ford Taunus 17M P2 und P3…

    Ford Taunus – die Spannbreite reicht von Gelsenkirchener Barock bis zur Linie der Vernunft. Da hat n…

  2. Victor
    3. Februar 2009 um 19:56 Uhr

    Hi,

    can you tell me, please, where i can found a Ford Taunus 17m P2?

    Thanks

    Victor

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