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Amerikaner ziehen ins Auto

19. Juli 2008 | robins

Im Auto zu schlafen ist für junge Leute ein Traum von Freiheit, das eigene Auto sowieso. Mit über 40 wird es aber langsam unbequem, man träumt des Nachts von der guten Matratze für die Bandscheiben und vom kurzen Weg zur Toilette. In Amerika müssen immer mehr Menschen, finanziell malträtiert von der Immobilienkrise, in ihren Autos leben. Für eine Wohnung reicht das Geld nicht mehr.

Es sind Menschen wie Du und ich. In diesem Spiegel-Artikel wird von einer Notarin berichtet. Im Amerika der unbeschränkten Möglichkeiten wird man eben auch schnell unbeschränkt auf die Straße geschickt. Menschen, so langweilig, so spießig, so normal – sind nicht zwangsläufig Gestrandete. Man wünscht ihnen Blümchentapete und Tiefkühlschrank, doch oft reicht es nicht einmal für ein Wohnmobil. Viele von ihnen müssen in PKWs übernachten. Die Notarin aus dem Artikel lebt mit ihren zwei Hunden im Auto, nachdem sie ihren Job verlor und ihr Haus nicht mehr halten konnte. Wie sie so, im PKW, ohne Kühlschrank und Bügeleisen, eine neue Perspektive finden soll, ist mir schleierhaft!

In Deutschland ist ein solches Szenario noch nicht vorstellbar. Während in Santa Barbara Parkplätze für diese Art von Dauercampern eingerichtet werden, spendiert einem hier Vater Staat freundlicherweise ein Dach über dem Kopf.

Tja, wer jung ist, stellt sich einfach an die Straße und hält den Daumen in den Wind, der wird ihn schon irgendwohin bringen. Wer älter ist, muss länger warten. Vielleicht und hoffentlich schiebt ja der Wind ein bisschen am Auto.

Kommentare

3 Kommentare zu “Amerikaner ziehen ins Auto”

  1. mimpu
    20. Juli 2008 um 16:45 Uhr

    Es kann einem ja himmelangst werden! Wie gross ist das Leid der vielen betroffenen Menschen! Damit nicht zu vergleichen, aber doch vielleicht eine Betrachtung wert : Aus England kommen bereits Meldungen, dass viele obdachlos gewordene Hausbesitzer nicht mehr wissen, was aus ihren Hunden und auch Katzen werden soll! Es ist gegenwaertig auch dort fast unmoeglich, passenden Wohnraum mit Haustieren zu finden – es sei denn man hat viel Geld, sehr viel Geld! Sich das Herzeleid der Besitzer und das zukuenftige Elend der Tiere vorzustellen braucht es wenig Phantasie,zumal die Tierheime auch in England bereits jetzt ueberfuellt sind.

  2. Pamela Moucha
    21. Juli 2008 um 15:38 Uhr

    Ja, das stimmt! – Und man kann diese Horrorszenarien ohne Mühe noch weiterspinnen. Da wäre man bald wieder in Deutschland angelangt, zum Beispiel bei der immer stärker grassierenden Altersarmut. Viele betagte Leute können sich schon jetzt auf einmal gar nichts mehr leisten – weder Haus noch Hund und erst recht keinen Wagen – Was bleibt, ist oft nur noch die Straße…

  3. bushmussweg
    2. September 2008 um 22:39 Uhr

    Ich glaube das könnte in Zukunft auch in Deutschland soweit kommen , wenn der Trend zu Niedrigstlöhnen und 1Euro Jobs zunimmt.

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