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Opel Kadett … A

17. Juli 2008 | robins

Opel Kadett A Opel Kadett A Ob A B C D oder E – Hauptprotagonist einer theatralischen Inszenierung mit kathartischer Tiefenwirkung zu sein, das ist allemal eine Ehre und Auszeichnung. Selbst dann, wenn es sich um ein rhythmisches Zerstörungsritual handelt und vom Helden, der hier zum musikalischen Altar-Opfer wird, am Ende nicht viel mehr übrig bleibt als ein ausgeweideter Blechkadaver.

Die Frage also, warum man ausgerechnet einen Opel und nicht etwa einen gewöhnlichen Durchschnittsdeutschen oder gar einen Franzosen zum Opfertier der instrumentalen Schlachtung wählte, lässt sich schlicht und einfach beantworten: Er stammt aus einer altangestammten Familie und ist damit – passend zum Ritus – na, ein Klassiker eben.

Schauen wir uns das Familiengeblüt der Opels doch einmal näher an: Multikulturelle Ambitionen zeichneten die Schöpfer-Ahnherren aus. So tummelte man sich anfänglich in der Ethnie der Nähmaschinen (von 1863-1911 fertigte die Nähmaschinen-Fabrik von Adam Opel 1.000.000 Stücke), wechselte dann zum Volke der Zweiräder (und stieg mit diesen in den 20er Jahren zum weltweit größten Fahrradhersteller auf!), brachte schließlich (anno 1898) die gesammelte Weltweisheit in die Kultur der automobilen Fertigung ein. Man war und blieb kosmopolitisch (davon zeugen die Heirat mit General Motors 1929 und der russische Familienzweig Kadetts alias Moskwitsch).

Der Spross, dem hier und heute die besondere Würdigung als Klassiker gilt, ist kein geringerer als der Opel Kadett A. Als Fahrzeug der unteren Mittelklasse war er ein Held aus dem Volke, ein Kind des Ruhrpotts, das 1962 in Bochum das Licht der Welt erblickte.

So bodenständig er einerseits war, so modern und mobil gab er sich andererseits. Davon zeugte nicht nur seine Konstruktion, die viel zukunftsweisender war als etwa die seines damaligen Marktkonkurrenten Käfer, sondern auch der Komfort, den er bot: ein großer Kofferraum, einen gute Sicht auf die umgebende Landschaft und reichlich Platz für alle Insassen luden geradezu ein zur beschaulichen Welterkundung bei relativ niedrigem Kraftstoffverbrauch.

Ein wenig weltmännischer ausgestattet und mit dem Adelsprädikat „Caravan 1000 Privat“ versehen, entwuchs Kadett A dem plebeischen Rufe und mauserte sich schließlich gar zur veritablen Sippen-Limousine.


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Was meint der geneigte Leser? – Einem, der in einer solchen Familientradition steht, gebührt es dem etwa nicht, mit Pomp und Schall, weihervoller Illumination und begleitet von antikisch-rauschhaften Chorgesängen den Göttern des Autoolymps als Gabe dargebracht zu werden?

Daten zum Opel Kadett A

Bauzeit: 1962-1965

Produktionszahl: 649.512 Einheiten

Leistung: 48 PS

Höchstgeschwindigkeiten: 120 km/h

Links zum Opel Kadett A

Kleine Opel-Chronik von der Nähmaschine bis zum Automobil

Opel Kadett A-Modelle


Kommentare

Ein Kommentar zu “Opel Kadett … A”

  1. Webnews.de
    21. Juli 2008 um 10:27 Uhr

    Opel Kadett … A…

    Warum der Opel Kadett A ein wahrer Klassiker ist und damit würdig, in der fulminanten „AutoAuto! – …

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