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Klassiker, Klassiker! Ik hör nur……

23. Mai 2008 | robins

Veritas RS III Veritas RS III Da steht sie auf, die Legende. Aber das kennt man ja, vom Sportstudio oder so. Da stehen auch regelmäßig Sport-Legenden immer wieder auf – und fallen wieder hin. Aber, was heißt das denn eigentlich, Auferstehung einer Rennsport-Legende?

Die müssten dann zuvor ja mausetot gewesen sein, wie damals der Lazarus. Und nun wollen selbst ernannte Enthusiasten die Auferstehung nachgespielt haben? Konsequent zu Ende gedacht bedeutet das ja, dass die Männer aus Grafschaft-Gelsdorf (das liegt hier ) über messianische Fähigkeiten verfügen. Denn ihre revitalisierte Rennsportlegende gibt als Prototyp unter dem Namen volle Möhre.

Doch irgendwas klingt komisch, ein wenig schräg. Man liest und freut sich und nachdem man gelesen und sich gefreut hat, klingen die Ansagen ein wenig hohl und allzu vollmundig: Denn hinter dem internationalen Team von Motor-Enthusiasten, die einen Rennsport-Klassiker zu neuem Leben erwecken wollen steckt als Triebfeder schlicht die Kohle. Denn um was geht’s denn wirklich? Rückblick: Der Veritas feierte zwischen 1948 und 1953 seine großen Erfolge. Ausblick: Der neue Veritas RS III wartet noch auf seinen großen Auftritt. Denn laut hauseigener Veritas PR-Nebelmaschine soll irgendwann Ende ’08 eine streng limitierte 30-Stück-Kleinserie ausrollen.

Veritas RS III Veritas RS III Es geht also um’s Geld, um’s Bizzzz. Von wegen Enthusiasten, Rennsportlegenden und Gefühl. An den Geldbeutel der weltweit zahlungskräftigen Klientel wollen die Investoren des Veritas. Und womit macht man Werbung? Natürlich, mit dicken Sprüchen über Mythos, Design und markanten Sprüchen, wie beispielsweise „mit geballter Kraft“ oder noch besser, „Kraft strotzend“ sowie „Bugatti-Veyron-Liga“. Da gähnt der eine und der andere lacht. Hätten die mal besser beobachtet, was der gute Bugatti den VWlern für dicke Probleme bereitet hat.

Ohnehin gilt: Wer pure Power will, der kauft sich besser ein Motorrad. Außer man traut sich nicht, oder man will auf Teufel komm raus den Ampelblick um zwei Sekunden verlängern. Ist doch echt peinlich, die Ferraris mit roten Kennzeichen, die am Wochenende über deutsche Metropol-Flaniermeilen ruckeln…. Neu eingeführte, alte Mythen und dann noch kaum bekannt… mir scheint das wenig vielversprechend, gar ein wenig überambitioniert. Mein Geld würde ich lieber in andere Modelle investieren.

Käferbett Käferbett Besser gemacht haben es die Männer von Möbeldesign. Denn da steckt in der Tat ein wenig Esprit und Eigenes drin. Wer freut sich nicht, wenn er zuhause auch ein Stückchen seines Automobils als Deko stehen hat, um darauf zu lümmeln oder ein paar Cracker stehen zu haben. Am besten finde ich ja das Käferbett, das ist ein Knaller. Immerhin kenne ich mich mit dem Beetle 1303 bestens aus, denn mein Bruder hatte einen, den ich mir als Fahranfänger zu den Dates dann ausleihen durfte. Wie herrlich wäre das gewesen, hätte ich dafür zuhause ein Bettchen gehabt, denke ich mir dann, wenn ich heute auf der harten Pritsche des roten Hausmöbel-Käfers liege und zurückdenke.

Oder vielleicht auch für Ostalgiker, die mittlerweile im Westen Karriere gemacht haben, aber ihre Wurzeln nicht verleugnen können, der Trabi als Sofa. Motto: Entspannung nach dem harten Alltag im kalten Kapitalismus – auf einer der drei Millionen Zwickauer Zweitaktpritsche des real existierenden Sozialismus…

„Wenn’s schee macht“, sagt der Bayer und dreht sich um zum Hallelujah. Was ist aber denn nu besser, eine 600 PS Bugatti Veyron Kontrahenten Flunder mit angehängtem Mythos für eine Summe von geschätzt nicht unter einer Million oder ein zersägtes Stück deutscher Geschichte als Anschauungsunterricht für die eigenen Kinder? Glücklich, wer mal nicht solche Probleme hat…

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