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Fleisch ist mein Gemüse

18. Oktober 2007 | robins

– oder warum weiß auch einem neuen Mazda6 gut steht. „Seht selbst“, sagt jeder Zauberer meist erwartungsvoll und enthüllt dann stolz und angespannt – je nach Schwierigkeitsgrad seiner Illusion – das Kunststück. Nun stellt Mazda seine neue Limousine vor und kleidet sie ganz trendy in weiß, weil doch nun jeder weiß: weiß ist das neue schwarz.

shiny white teeth - das Gesicht des Mazda6 shiny white teeth - das Gesicht des Mazda6 Selbst im Freundeskreis wird bei solchen Themen bereits professionell nuschelnd die iPod-Werbung erwähnt (schwarzer Scherenschnitt und weiße Apple-Ohrstöpsel) und dazu neue Theorien über den globalen Kulturwandel gesponnen.

Aber zurück zum 6er Mazda. Die Bilder spielen mit dem optischen Eindruck, das Design könne auch einer Toyota-Lexus Feder entsprungen sein. Man schaue die Seitenlinie, die kühle Front, der forsche Blick der Lichter. Das sieht beeindruckend aus. Man darf höchst gespannt sein, das Gefährt in freier Wildbahn zu sehen. Ohnehin, die Mazdas sind kecke Kerle, die einem in schickem Gewand optisch durchaus ansprechen. Leider verfliegt der stylishe Designeffekt sobald man den Innenraum bekuckt, dort herrschte meist Tristesse anstatt Noblesse oder funky style.

Blutarmut am Heck Blutarmut am Heck Die 6er-Attribute sind, so diktiert es die Leverkusener Europa-Zentrale, ‘emotional and sporty’ – übersetzt schnell fahren und gut aussehen; ‘exclusive experience” – also Qualitätsempfinden sowie ein ‘insightful package’, das soll soviel heißen, wie großes Platzangebot ohne an Sportlichkeit zu verlieren. Das einzige was da komisch wirkt, ist das Heck, das spontan an den blutleeren VW EOS erinnert.

Mazda muss sich auch anstrengen, denn im Kleinwagensegment, zu dem zwar der 6er ja nicht gerade zählt, wo aber die Mazdaianer auch viel von ihrem Gel verdienen, kommen kleine Herausforderer wie Daihatsu um die Ecke und investieren erstmals richtig Geld ins Marketing. Was dabei herauskommt sind witzige Werbespots, die an junge Familien oder solche die’s bald werden wollen appellieren und der Marke ein wenig Lifestyle einhauchen. Fehlt denen nur noch ein schicker Claim den Frauen heißer flüstern: Zoom-Zoom. Aber ach, wer weiß denn. Lasst dann doch einfach mal wieder die selbstverliebten Werber ran.

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