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NaBu, VW und das Klimamobil

20. Juli 2007 | robins

Foto: VW Foto: VW Was will man sagen: tolle PR, gute Strategie, auf den Leim gegangen? Also mir bleibt erstmal die Luft weg: der NABU, Naturschutzund Deutschland e.V., bislang in allen Sparten als Vogel-, Wild- und Kriechtieranwalt unterwegs, fährt VW, und zwar den Passat Bluemotion. Den bewirbt VW als den umweltfreundlichsten Mittelklassewagen und schreibt gleich dazu:

„Mit den niedrigen Verbrauchswerten korrespondieren die um 15 g/km respektive 19 g/km (Variant) reduzierten CO2-Emissionen: 136 g/km und 137 g/km (Variant) spiegeln das Innovationspotential der Volkswagen TDI-Motoren wider. In die Abgasreinigung integriert ist darüber hinaus serienmäßig ein Dieselpartikelfilter.“

Im Automobilranking der umweltschonendsten Kutschen krönt der NABU allerdings ein anderes Auto: Dort belegen der Honda Civic und der Toyota Prius mit Hybridantrieb die Top-Plätze. NABU-Präsident Tschimpke fordert die Bundesregierung gar auf, Sprit sparende Fahrzeuge durch steuerliche Rahmenbedingungen zu unterstützen, um sie damit zum Verkaufsrenner zu machen. Er ergänzt: Die Gewinner der Auto-Umweltliste sind keine Nischenprodukte mehr, benötigen jedoch weitere politische Unterstützung.

Was der Nabu jetzt mit der VW-Koop deutlich macht: die Automobilindustrie braucht den Schulterschluss mit Naturschutzverbänden. Und das zwar so eng, dass der Passat Bluemotion zum Markteintritt direkt mit dem NABU-Siegel auf der Kühlerhaube lackiert werden kann. Soll man das Parteinahme nennen oder Standortpolitik des Verbandes in Zeiten der Globalisierung?

Foto: Lexus Foto: Lexus Fakt ist, der Kampf um die vorderen Plätze bei den Umweltmobilen ist eröffnet und wie selbst in Entwicklerkreisen bei Premiummarken, wie BMW und Mercedes zugegeben wird, die Japaner haben dort einen Vorsprung von rund vier Jahren. Nicht umsonst gibt BMW-Entwicklungsvorstand Draeger offen zu, die Konkurrenz von Lexus ganz genau zu beobachten. Schließlich kreiseln die in der Oberklasse mit dem Ökoargument und verkaufen dank Schützenhilfe der medial global gehypten US-Stars von Madonna bis Brangolina (sorry, i. e. Brad Pitt, inkl. Angelina Jolie) und dem erwachenden Klimainstinkt der Käufer immer mehr Luxus SUVs und Limousinen. Vielleicht schenken die Japaner bald dem NABU mal ein paar Öko-SUVs, wär doch mal ne gelungen PR-Idee, was? Oder nicht, oder doch…

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