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Echte Traumautos…

5. Juni 2007 | robins

…haben auch nur vier Räder und ein Blech- oder ein Was-Auch-Immer-Kunststoffkleid. Und doch stellt man sich immer wieder – ganz heimlich – dieselbe Frage: Passt mein Auto zu mir? Oder pass ich zu meinem Auto? Bin ich damit glücklich?

Fakt ist: Männer denken häufiger in emotionaler Hingabe an Ihren Traumwagen als an die eigene Gattin. Und erschrecken schließlich vor dieser Wahrheit. Aber da gibt es kein Entrinnen. Es lügt noch jeder, der von sich gibt, Autos lassen ihn gänzlich kalt.

Maserati Quattroporte Foto: Maserati Maserati Quattroporte Foto: Maserati Da lob ich mir die unkompliziert, heiße Blechliebe der Italiener. „Che bella macchina“ ist nicht nur eine Liebeserklärung, sie ist auch noch gesellschaftsfähig. Vom Minister bis zum Straßenkehrer, das darf jeder sagen und erhält zusätzlich einen anerkennenden Blick für seine automobile Hingabe und Detailkenntnis.

Und in Deutschland? Geht man mit Kollegen über die Straße zum Mittagstisch beim Italiener und der neue Maserati Quattroporte gurgelt vorbei, nehmen die wenigstens überhaupt seine Anwesenheit zur Kenntnis. Aber bitte meine Herrn was ist das für ein Automobil mit Traumwagen-Potenzial.

Wen stört’s, dass die Karosse bei 120.000 Euro Preisgeld anfängt, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoss mit mehr als 350 Gr/100Km die Grünen-Politikerin Claudia Roth beschämt erröten ließ und der feige Nachbar das Auto als Luxusschlitten verteufelt? Die „macchina“ ist einfach ein Traum, ein Gral, der selbst dem Kumpel, dem Luxuskarossen gestählten Bankenmanager den Glanz in die Augen treibt. Wer will denn da einen Mercedes oder Audi oder BMW, wenn die Italiener nun auch anfangen ihre schönsten Limousinen mit anständiger Technik auszustatten.

Denn, und das scheint lustig, der Quattroporte ist ja nichts für junge Heißsporne. Im Gegenteil, die „silver generation“ oder „best ager“ sollen ihre Konten ein wenig belasten und sich die heiße Schüssel unter den erfahrenen Hintern klemmen.

Aber bislang hatte Maserati, ganz nach dem Motto, auch mit der Limo einen schick heißen Reifen, dem Viertürer für Executives eine Rennschaltung per Lenkradwippe von Ferrari verpasst. Doch die knallte die Gänge den verdutzten Gentleman so uncharmant vor den Latz, dass die verärgert ausstiegen und die bockige Italienerin lieber durch eine biedere Bayerin oder gar Schwäbin ersetzten. Zumindest hat man in Modena nun nachgebessert und eine neue Automatikschaltung eingebaut.

Auch wenn Traumautos nur vier Räder und ein „Blech-Oder-Was-Auch-Immer-Kleid“ haben. Sie sind die letzte bindfadendünne Verbindung zu unserer eigenen frechen Kindheit, in der sich jeder auf seinem Fahrrad am stärksten fühlte und glaubte, die Welt mit links zu erobern. Und ich weiß nur eins ganz sicher: genau dieses Gefühl will ich wieder haben – koste es was es wolle…

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