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Mazdas Wankelträume

30. Mai 2007 | robins

Rund, rund, rund – immer fix im Kreis herum. Eigentlich logisch, dass der Wankelmotor einen bessere Effizienz zeigt, als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Doch außer dem exotischen Ro80 von Audi NSU gab’s auf dem deutschen Markt weit und breit nichts.

Wankelmotor Wankelmotor Nach altertümlicher Verkaufssprache galt der Ro80 als Limousine der gehobenen Klasse – hatte allerdings einige Macken. So blieb er stets etwas Außergewöhnliches und wirtschaftlich kein Superrenner: lediglich 40.000 Mal wurde er bis zum Jahr 1977 verkauft. Auch in unserem Schwarzwald-Städtchen fuhr lediglich der geckenhafte örtliche Chef-Sport-Orthopäde einen echten Wankel.

NSU Ro80 NSU Ro80 Auch wenn viele mäkeln und in der globalen Automobilindustrie eigentlich keiner mehr an diese Technologie glaubt: Mit dem japanischen Serienhersteller Mazda gibt es noch einen Aufrechten in der Branche. Na ja, dort dachte man sich auch, wie schaffe wir es durch eine gehörige Portion Exotik am Markt für Furore zu sorgen? Der Wankel-Lizenznehmer baut seit nunmehr 40 Jahren so genannte „rotary engines“.

In der Industrie wird so etwas stets schnell mit dem tollen Etikett Tradition verkauft. Dieser Reflex ist auch aus den USA bekannt: alles was älter als ein Jahrzehnt ist, gilt dort als stark Traditions gefährdet. Seit 2003 nun gibt’s den RX-8, der aufgrund seiner Optik auch auf der Straße für einen Hingucker sorgt.

Schick, schick präsentiert sich der Anblick – der kleine Flitzer kann ja was, denkt man insgeheim. Stimmt ja auch, denn seine Sport-Gene sind offensichtlich: Lange Schnauze, flache Bauart, selbst das ausgeklügelte Viertüren-Schwingelement findet man da schnell toll.

Beim Fahren ist der Gute dann doch etwas leise und auf der Überholspur lediglich ein kleiner Sportler. Dazu im Vergleich: Zwischen Januar und April wurden bundesweit 257 RX-8 zugelassen. Der kleine Cabriolet-Bruder MX-5 hatte da schon mehr Luft unterm Flügel und rangiert mit 2.650 Stück auf einem anderen Niveau. Mazda RX-8 Foto: Mazda Mazda RX-8 Foto: Mazda

Aber die Verwandtschaft zwischen dem badischen Motorenfrickler Felix Wankel und dem japanischen Unternehmen könnte nicht größer sein. Denn als Konzeptauto der Zukunft verbindet Mazda derzeit alternative Treibstoffquellen mit dem Kreiskolben-Prinzip. Der Wasserstoff-RX8 ist ein tolles Beispiel, wie ein umweltfreundlicher Antrieb möglich ist. Als Wasserstoff-Benzin-Hybrid ist der R8 bereits in Japan unterwegs, im vergangenen Jahr tourte er auch als Umweltmodell durch Europa. In Japan hat das Unternehmen bereits Modelle an Firmen und Leasingkunden ausgeliefert und sammelt dabei wichtige Erfahrungen für die Optimierung der späteren Serienproduktion. Ist ja auch logisch, wer kennt das nicht, es steht eine Mühle am rauschenden Bach, klipp, klapp…….selbes Prinzip und auch viel Spaß. Na denn!

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